Altes Gefängnis Braunschweig: Kreative Ideen für die Nachnutzung
Altes Gefängnis Braunschweig: Kreative Nachnutzungsideen

Die ehemalige Justizvollzugsanstalt (JVA) Rennelberg in Braunschweig steht seit 2024 leer. Nach der Verlegung der Häftlinge sucht das Land Niedersachsen nun einen Käufer für das Areal mitten in der Stadt. Die Frist für Interessensbekundungen endete am 30. April. Der Startpreis liegt bei 3,6 Millionen Euro. Bis zur endgültigen Veräußerung gibt es jedoch bereits kreative Nutzungsideen, die das Gelände temporär beleben sollen.

Festival Theaterformen bespielt das Gelände

Das renommierte Festival Theaterformen hat angekündigt, dass es im Juni nicht nur auf den Bühnen des Staatstheaters stattfinden wird, sondern auch das Gelände der alten JVA für das Publikum öffnet. Vom 18. bis 28. Juni sollen mehrere Produktionen speziell für diesen Ort entstehen. Ein Projekt beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Gerechtigkeit. Weitere Künstler und Kollektive setzen sich mit der Geschichte des Gefängnisses und Utopien von Freiheit auseinander. „Das Prinzip Gefängnis basiert darauf, Menschen zu vereinzeln und von der Gesellschaft zu isolieren. Gerade hier wollen wir zusammenkommen und Gemeinschaft und Kunst erleben“, erklärte Festivalleiterin Anna Mülter.

Studentische Visionen für die Zukunft

Parallel dazu zeigt die Stadt Braunschweig derzeit studentische Entwürfe für die Nachnutzung des Umfelds. Studierende des Instituts für Städtebau und Entwurfsmethodik haben sich mit dem Grundstück und seiner Umgebung befasst und Visionen für eine potenzielle Zukunft entwickelt. Die Ausstellung läuft noch bis zum 20. Mai. Drei der Entwürfe wurden von der Stadtverwaltung ausgezeichnet. Die Ideen reichen von Wohnprojekten über Kultur- und Bildungsstätten bis hin zu gemischten Nutzungskonzepten, die das Areal in das städtische Umfeld integrieren sollen.

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Verkaufsprozess läuft

Das Land Niedersachsen hatte bereits 2018 den Verkaufsbeschluss gefasst. Interessenten mussten ein Konzept zur Nutzung und Finanzierbarkeit einreichen. Mit dem Ende der Angebotsfrist am 30. April beginnt nun die Prüfungsphase. Die endgültige Entscheidung über den Verkauf wird in den kommenden Monaten erwartet. Bis dahin bleibt das Gelände für kulturelle Zwischennutzungen geöffnet, die die besondere Atmosphäre des ehemaligen Gefängnisses erlebbar machen.

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