Bitterfeld-Wolfen: Empörung über geplante Ferienhäuser am Goitzsche-See-Ufer
Die Stadt Bitterfeld-Wolfen plant eine umstrittene Änderung des Bebauungsplans „Wassersportzentrum“ in Bitterfeld. Ziel ist es, die Errichtung von Ferienhäusern direkt am Ufer des Goitzsche-Sees durch die Vetter Touristik Reiseverkehrs GmbH zu ermöglichen. Dieses Vorhaben hat im Ortschaftsrat Bitterfeld zu heftigen Protesten geführt, da Kritiker darin einen gefährlichen Präzedenzfall sehen.
Details zum Bauvorhaben und den geplanten Änderungen
Die Vetter Touristik möchte auf einem seit Jahren in ihrem Besitz befindlichen Grundstück, das einst als Winter- und Reparaturlager für die MS Vineta gedacht war, eine kleine Ferienhausanlage errichten. Dafür soll der Bebauungsplan so angepasst werden, dass ein Sondergebiet für Freizeit und Erholung ausgewiesen wird. Dies würde den Bau zwischen dem Goitzsche-See und dem Rundweg ermöglichen, was bisher nicht vorgesehen war.
Die Ortschaftsräte äußern Bedenken, dass eine solche Änderung des Bebauungsplans gefährliche Folgen haben könnte. Sie befürchten, dass dies zu einer verstärkten Bebauung der Uferzonen führen und ökologische sowie städtebauliche Probleme verursachen könnte. Die Entscheidung über die Planänderung wird derzeit intensiv diskutiert, wobei die Stadtverwaltung die wirtschaftlichen Vorteile des Tourismusprojekts betont.
Kritikpunkte und Entscheidungsprozess
Die Kritik konzentriert sich auf mehrere Aspekte:
- Die mögliche Beeinträchtigung des Landschaftsbildes und der Naherholungsgebiete am Goitzsche-See.
- Die Sorge um einen Präzedenzfall, der weitere Bauvorhaben in sensiblen Uferbereichen nach sich ziehen könnte.
- Fragen zur Umweltverträglichkeit und zur langfristigen Entwicklung der Region.
Der Entscheidungsprozess zur Änderung des Bebauungsplans wird unter Einbeziehung der Ortschaftsräte und der Öffentlichkeit geführt. Es wird erwartet, dass in den kommenden Wochen weitere Diskussionen und möglicherweise Anhörungen stattfinden, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird. Die Stadt Bitterfeld-Wolfen steht damit vor einer wichtigen Weichenstellung für die zukünftige Nutzung ihrer Ufergebiete.



