Hannover: Ehemaliges Kaufhof-Gebäude wird zur Berufsschule – Umbau für 2027 geplant
Hannover: Kaufhof wird Berufsschule – Umbau bis 2027

Hannover: Ehemaliges Kaufhof-Gebäude wird zur Berufsschule – Umbau für 2027 geplant

In einem bemerkenswerten Projekt zur Stadtentwicklung plant die Region Hannover, einen Teil des ehemaligen Kaufhof-Gebäudes in der Innenstadt zu einer Berufsschule umzunutzen. Ab dem Jahr 2027 sollen hier knapp 4000 Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schulen Cora Berliner unterrichtet werden, die derzeit noch auf zwei Standorte verteilt sind. Die Regionsversammlung wird voraussichtlich in der kommenden Woche über dieses Vorhaben entscheiden, das als Modell für nachhaltige Flächennutzung gilt.

Umbauarbeiten und architektonische Veränderungen

Bevor der Unterricht starten kann, stehen umfangreiche Umbauarbeiten an. Das ehemalige Kaufhaus wird entkernt, um Platz für moderne Schulräume zu schaffen. Ein zentrales Element ist ein verglaster Innenhof, der die alten Rolltreppen ersetzen und natürliches Licht in das Gebäude bringen soll. Investor Oliver Blume, der Besitzer des Gebäudes, betonte in einem Interview mit der Bild-Zeitung, dass diese Maßnahmen die Lernumgebung deutlich verbessern werden. Blume, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen VW-Chef, ist auch Eigentümer des Fernsehturms Telemoritz in Hannover.

Kosten und wirtschaftliche Aspekte

Die Mietkosten für die drei Etagen, die als Schulfläche genutzt werden sollen, belaufen sich über einen Zeitraum von 30 Jahren auf voraussichtlich rund 155 Millionen Euro, wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtete. Trotz dieser hohen Summe stellt die Anmietung laut den Verantwortlichen die günstigere Alternative im Vergleich zu einem Neubau dar. Bei der Präsentation der Pläne am Dienstag wurde hervorgehoben, dass dieses Projekt nicht nur Bildungszwecken dient, sondern auch die Innenstadt beleben soll.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Modellcharakter und regionale Auswirkungen

Regionspräsident Steffen Krach bezeichnete das Vorhaben als wegweisend: „Das Projekt besitzt Modellcharakter: Die Umnutzung eines ehemaligen Kaufhauses zu einem Bildungs- und Gemeinwesensstandort zeigt, wie Schulentwicklung, Innenstadtbelebung und nachhaltige Flächennutzung zusammenwirken können.“ Rund um die Schule sollen zudem Handel, Gastronomie und Wohnungen entstehen, was die Attraktivität der Innenstadt steigern könnte.

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay äußerte sich ebenfalls positiv: „Wenn so viele junge Menschen täglich in die Innenstadt ein- und auspendeln, ist das für eine lebendige und zukunftssichere City, wie sie Hannover ist, ein echter Gewinn.“ Er hofft, dass die Schülerinnen und Schüler zusätzliche Kaufkraft für den lokalen Einzelhandel und die Gastronomie mitbringen werden.

Vergleichbare Projekte in anderen Städten

Die Umnutzung von ehemaligen Einkaufszentren zu Bildungszwecken ist kein Einzelfall. In Hamburg entsteht in einem früheren Öko-Einkaufszentrum eine Stadtteilschule, und in Lübeck wird das ehemalige Karstadt-Gebäude zu einem Bildungshaus umgebaut, das unter anderem Räume für vier Altstadtgymnasien bieten soll. Auch Volkshochschulen und Kindertagesstätten haben bereits in alten Kaufhäusern und Supermärkten eine neue Heimat gefunden. Diese Trends unterstreichen die wachsende Bedeutung von nachhaltiger Stadtplanung und innovativer Raumnutzung.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration