Pasinger Marienplatz: Kompromiss bei Freischankfläche nach Krach um weiße Markierungen
Kompromiss bei Freischankfläche am Pasinger Marienplatz

Pasinger Marienplatz: Kompromiss bei Freischankfläche nach Krach um weiße Markierungen

Der Pasinger Marienplatz steht erneut im Fokus einer städtebaulichen Debatte. Lokalpolitiker haben sich vehement gegen weiße Bodenmarkierungen an einer Freischankfläche ausgesprochen, die das Kreisverwaltungsreferenz (KVR) als Genehmigungsbehörde fordert. Nach hitzigen Diskussionen zeichnet sich nun ein Kompromiss ab, der die Ästhetik des Platzes wahren soll.

Kritik an Aufenthaltsqualität und provisorischen Lösungen

Trotz einer umfassenden Neugestaltung im Jahr 2015 wird der Marienplatz in Pasing von vielen als nicht ausreichend gemütlich empfunden. Die sogenannte Aufenthaltsqualität lässt seit Jahren zu wünschen übrig, wie regelmäßige Rückmeldungen aus der Bevölkerung zeigen. Als Reaktion darauf installierte die Stadt München damals mehrere Metallstühle rund um die historische Mariensäule – ursprünglich als Provisorium gedacht – sowie große Blumenkübel zur Verschönerung.

Im Sommer belebt inzwischen die Freischankfläche des italienischen Restaurants Mozzamo den Platz. Um jedoch zu verhindern, dass die Tische und Bänke unkontrolliert ausufern, verlangt das KVR eine klare Kennzeichnung des Bereichs. Üblicherweise erfolgt dies durch weiße Bodenmarkierungen, die das Restaurantmobiliar zusammenhalten sollen.

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Lokalpolitiker sagen "Nein" zu weißen Punkten

Gegen diese weißen Markierungen legt die Pasinger Lokalpolitik entschiedenen Einspruch ein. Frieder Vogelsgesang (CSU), der Vorsitzende des Bezirksausschusses Pasing-Obermenzing, äußert sich deutlich: "Wir sagen Nein zu weißen Punkten auf unserem Platz. Der neue Platz hat einen Preis für seine Gestaltung erhalten. Daher verbietet sich das Anbringen von weißen Punkten." Das Gremium unterstützt damit den Betreiber des Mozzamo, der im Münchner Stadtgebiet noch drei weitere Lokale in Thalkirchen, Nymphenburg und der Maxvorstadt führt.

Vogelsgesang hält die Vorgabe der Stadtverwaltung für eine "Verunstaltung" und kommentiert scharf: "Das geht wirklich nicht." Das Restaurant wurde vom KVR bereits mehrfach aufgefordert, die Freischankfläche mit den standardmäßigen weißen Markierungen zu kennzeichnen, was zu anhaltenden Konflikten führte.

Einigung auf einen sichtbaren Grauton

Nach intensiven Verhandlungen ist nun eine Lösung in Sicht. In Abstimmung mit dem Denkmalschutz, Landschaftsgestaltern und der Stadtverwaltung möchte man vom üblichen Standard abweichen. Statt der weißen Punkte soll die Markierung in einem sichtbaren Grauton erfolgen, wie das KVR mitteilte.

Frieder Vogelsgesang zeigt sich mit diesem Kompromiss zufrieden: "Mit dieser reduzierten Farbe bin ich zufrieden. Und das Bußgeldverfahren gegen das Lokal hat das KVR ebenfalls eingestellt." Diese Einigung markiert einen wichtigen Schritt, um sowohl die gastronomische Nutzung zu ermöglichen als auch das historische und gestalterische Erbe des Pasinger Marienplatzes zu bewahren.

Die Diskussion unterstreicht die anhaltende Bedeutung von Stadtgestaltung und öffentlichem Raum in München, wo ästhetische Ansprüche und praktische Notwendigkeiten oft in Einklang gebracht werden müssen.

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