Köthen plant „Stadt WC“-Netz gegen Toilettenmangel
Köthen plant „Stadt WC“-Netz gegen Toilettenmangel

Köthen plant „Stadt WC“-Netz gegen Toilettenmangel

Der seit vielen Jahren regelmäßig beklagte Mangel an öffentlichen Toiletten in Köthen soll bald behoben werden. Im Hauptausschuss des Stadtrates wurde kürzlich über die Übernahme einer Idee aus der Partnerstadt Lüneburg diskutiert.

Das Lüneburger Modell

In Lüneburg, einer Kreisstadt mit rund 75.000 Einwohnern, wurde im Mai 2024 das „Stadt WC“ eröffnet. Zehn Einzelhändler und Gastronomen stellen ihre Toiletten nicht nur Kunden, sondern auch Passanten zur Verfügung. Im Gegenzug zahlt die Stadt einen Zuschuss zu den Bewirtschaftungs- und Unterhaltungskosten.

Lüneburg ist etwa dreimal so groß wie Köthen. Fänden sich in Köthen fünf Teilnehmer zwischen Bahnhof und Wallstraße, könnte die „Klo-Krise“ gelöst werden.

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Citymanager berichtet über Vorteile

Citymanager Pit Kochmann erläuterte im Hauptausschuss die Vorteile: Die Stadt löse ein öffentliches Problem, und die Händler könnten durch Aufkleber neue Kunden anlocken. Nach ersten Gesprächen gebe es breite Akzeptanz. Genannt wurden das Eiscafé Venezia, das Brauhaus Köthen, die Stadtscheune und ein Sonnenstudio. Einige Absagen gab es jedoch. Weitere Gespräche sind geplant, eine Satzung wird vorbereitet.

Positive Resonanz im Stadtrat

Die Reaktionen waren fraktionsübergreifend positiv. Ronald Maaß (Linke/SPD/Grüne) sprach von einer „Beerdigung eines Themas nach 36 Jahren“. Jennifer Zerrenner (IG BWK) freute sich über die Resonanz auf ihren Vorschlag, die Baulücke in der Schalaunischen Straße 28 zu begrünen. Die Finanzierung sei für den Nachtragshaushalt jedoch zu spät, so die Oberbürgermeisterin.

Offene Fragen und aktuelle Situation

Die Frage von Annette Gottschlich (CDU) nach möglichen zusätzlichen WC-Gebühren blieb unbeantwortet; dies soll in der Satzung geregelt werden. Die öffentliche Toilette in der Ritterstraße ist nach Vandalismus weiterhin geschlossen. Die Elektrik wurde repariert, die Türen fehlen noch.

Das Lüneburger Netz in Zahlen

Das Netz in Lüneburg umfasst 63 Toiletten, 36 Pissoirs und acht Wickelplätze. Der monatliche Zuschuss pro Partner liegt bei 100 bis 120 Euro, wie im Hauptausschuss genannt wurde.

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