Teure Sitzgelegenheit: Humorbank in Leipzig kostet mehr als 5.000 Euro
In Leipzig sorgt eine ungewöhnliche Parkbank für Aufsehen – nicht wegen ihres Designs, sondern wegen ihres Preises. Für satte 5.214 Euro hat das Amt für Stadtgrün und Gewässer (ASG) die sogenannte Humorbank an der Entenbrücke im Stadtteil Schleußig aufgestellt.
Schlichte Bank mit ambitioniertem Ziel
Die Bank besteht aus sechs einfachen Holzlatten und einem auffälligen quietschgelben Stahlgestell. Auf der Sitzfläche prangt die Aufschrift „Witzen im Sitzen“, während der schwarz geprägte Hinweis „Humorbank“ Passanten den Zweck der Installation verdeutlichen soll. Aufgestellt wurde sie in einer eher trostlosen Betonnische, die von frischen Graffitis umgeben ist.
Die Idee zur Aufstellung kam von Leipziger Ray Rühle, der in einer Mail an den Stadtbezirksbeirat Südwest vorschlug, mit dieser Bank eine „heitere Gelassenheit“ bei den Bürgern zu fördern. Nach längerer Diskussion setzte sich das Gremium gegen Bedenken der Verwaltung durch und befürwortete das Projekt.
Humor kann man trainieren
Das Humorbank-Team zeigte sich auf Instagram erfreut über die Realisierung: „Ein großes Danke an den Stadtbezirksbeirat, der Humor bewiesen, nicht locker gelassen und sich am Ende sogar gegen die Verwaltung durchgesetzt hat.“ Die Initiatoren betonen, dass Humor erlernbar sei – ein Grund mehr, auf der teuren Bank Platz zu nehmen.
Ursprünglich stammt das Konzept der Humorbank aus Konstanz in Baden-Württemberg. Dort entstand die erste Bank dieser Art als Dankeschön von Humortrainern in Ausbildung an ihre Lehrer. Die Leipziger Version ist somit eine Adaption dieser Idee, die nun in Sachsen für Diskussionen sorgt.
Ob die Investition von über fünftausend Euro in eine schlichte Sitzgelegenheit gerechtfertigt ist, bleibt umstritten. Kritiker fragen sich, ob dies der richtige Weg ist, um Heiterkeit im Stadtbild zu verankern. Befürworter hingegen sehen in der Bank ein Symbol für mehr Leichtigkeit im Alltag – auch wenn der Preis dafür recht hoch ausfällt.



