Kommunalwahl 2026: Münchner Parteien präsentieren Lösungen für die akute Wohnungskrise
Münchner Parteien: Lösungen für die Wohnungskrise 2026

Kommunalwahl 2026: Münchner Parteien ringen um Lösungen für die Wohnungskrise

Die Wohnungssituation in München bleibt angespannt: Die Mieten explodieren, bezahlbarer Wohnraum ist knapp. Im Vorfeld der Kommunalwahl 2026 haben die politischen Parteien der bayerischen Landeshauptstadt nun konkrete Vorschläge vorgelegt, wie sie die drängenden Probleme auf dem Wohnungsmarkt lösen wollen. Die Pläne reichen von massivem sozialen Wohnungsbau über regulatorische Änderungen bis hin zu kontroversen Hochhausprojekten.

SPD setzt auf Olympia-Schwung und Leerstandsabgabe

Die SPD unter Christian Köning will die Zahl der öffentlich geförderten Wohnungen von aktuell über 93.000 auf 125.000 erhöhen. „Wir schließen Enteignungen aus“, betont Köning, setzt aber auf die städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen (SEM) im Norden und Nordosten Münchens. Der geplante Olympia-Impuls für das Olympiadorf im Nordosten soll zusätzlichen Schwung bringen.

Die Sozialgerechte Bodennutzung (Sobon) müsse reformiert werden, da Fördergelder des Freistaats fehlen. Köning befürwortet eine Leerstandsabgabe nach Tiroler Vorbild und verweist auf Erfolge bei Azubi-Wohnungen: „Wir hatten das Ziel, dass bis 2025 1000 Wohnungen für Azubis im Bau sind. Das haben wir geschafft.“

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Grüne fordern Chefsache und Büroumwandlung

Bürgermeister und OB-Kandidat Dominik Krause von den Grünen peilt 50.000 neue Wohnungen an. Sein Plan umfasst 20.000 Wohnungen in SEM-Gebieten, 10.000 durch Umwandlung leerstehender Büroflächen und 20.000 durch Nachverdichtung. „Das muss Chefsache sein“, sagt Krause und kündigt eine zentrale Anlaufstelle gegen Leerstand und Mietwucher an.

CSU kritisiert Sobon-Verschärfung als Bauhemmnis

Alexander Reissl von der CSU, langjähriges Mitglied im Planungsausschuss, warnt vor zu wenig Baurecht: Statt der angestrebten 20.000 Wohnungen seien weniger als 8.000 realisiert worden. „Wir fassen kaum noch Aufstellungsbeschlüsse für neue Bebauungspläne“, beklagt er. Die Verschärfung der Sobon durch Grüne und SPD habe Investoren abgeschreckt. Reissl fordert eine Rückkehr zur alten Sobon mit 40 Prozent gefördertem Wohnungsbau.

FDP will Hochhäuser und Privatinvestoren

FDP-OB-Kandidat Jörg Hoffmann kritisiert die Sobon-Verschärfung und fordert eine kooperative statt konfrontative Haltung gegenüber privaten Investoren. „Die Rhetorik im Rathaus muss sich ändern. Denn es geht nur mit den Privaten“, betont er. Hoffmann befürwortet Hochhausprojekte wie an der Paketposthalle und im Osten Münchens, lehnt aber SEM-Enteignungen ab. Den Mietenstopp für städtische Wohnungen will er aufheben, um Investitionen zu ermöglichen.

Linke fordert Milliardensumme und Mieterschutz

Stefan Jagel von der Linken verlangt eine Milliarde Euro für sozialen Wohnungsbau bis 2032. „Im Rathaus ist Geld da. Es ist eine Frage der Prioritätensetzung“, ist er überzeugt. Neben einer Taskforce gegen Mietwucher will Jagel möbliertes Wohnen in 36 Gebieten mit Erhaltungssatzung verbieten und Mieter vor zu hohen Heizkosten schützen.

ÖDP warnt vor Bebauung grüner Wiesen

ÖDP-Kandidat Tobias Ruff lehnt Bebauung auf Grünflächen im Norden und Nordosten ab und verweist auf Grundwasserprobleme und Frischluftschneisen. Stattdessen plädiert er für Umnutzung von Gewerbeflächen, etwa im Euroindustriepark, mit finanziellen Anreizen für Eigentümer.

Die Diskussion zeigt: Die Münchner Wohnungskrise wird ein zentrales Thema im Kommunalwahlkampf 2026 bleiben, mit grundlegend unterschiedlichen Ansätzen der Parteien.

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