Neustart für das Nordlicht: Rostock-Lichtenhagen plant Zukunft mit Bürgerbeteiligung
Das traditionsreiche Nordlicht in Rostock-Lichtenhagen ist endgültig Geschichte. Die marode Veranstaltungsstätte inklusive Gaststätte und Essenslieferservice Hanse-Menü wurde nach wirtschaftlichen Problemen geschlossen und an die Muhsal-Gruppe verkauft. Doch die Diskussion um die Zukunft des Standorts an der Ratzeburger Straße 8 nimmt gerade erst Fahrt auf.
Linke fordert Neubau mit klarem Mehrwert
Toralf Herzer von der Linken-Fraktion in der Rostocker Bürgerschaft drängt auf eine umfassende Neugestaltung: „Die Zukunft des Nordlicht-Standorts muss als Chance begriffen werden“, betont er. Sein Vorschlag sieht einen Neubau vor, der durch echte Bürgerbeteiligung entsteht und einen klaren Mehrwert für Lichtenhagen liefert. „Lichtenhagen braucht an dieser Stelle nicht nur Wohnraum, sondern vor allem Orte, die den Stadtteil zusammenhalten“, so Herzer weiter.
Konkret fordert die Linke:
- Einen neuen Veranstaltungs- und Begegnungsort mit Bezug zum früheren Nordlicht
- Eine Postfiliale für die Grundversorgung
- Gastronomie und kleinteiliges Gewerbe
- Einen Saal für die Schulspeisung
Denkmalschutz als Herausforderung
Frank Streeck, Projektentwickler von Atrium Haus Rostock, bestätigt, dass verschiedene Szenarien für die Fläche diskutiert werden. Das Gebäude aus den 1970er-Jahren sei in seinem Bestand nicht zu retten, doch ein Komplettabriss gestaltet sich schwierig. Grund ist der 18 Meter lange Wandbild-Speisesaal von Feliks Büttner und Inge Jastram aus dem Jahr 1979, der unter Denkmalschutz steht.
„Wir müssen für den Denkmalschutz eine Lösung finden“, sagt Streeck. Gleichzeitig betont er: „Wir wollen dem gerecht werden, was bisher hier gewesen ist.“ Sein Plan sieht eine Mischung aus Wohnen, Gewerbe, Events und Schulspeisung vor, wobei die genaue Ausgestaltung noch offen ist.
Transparenz und Beteiligung gefordert
Toralf Herzer pocht auf umfassende Transparenz und verbindliche Beteiligungsprozesse: „Jetzt braucht es klare Leitplanken“, fordert er. Dazu gehören regelmäßige Informationen über den Stand der Dinge, die Einbindung des Ortsbeirats und der Menschen im Stadtteil sowie ein Nutzungskonzept, das Lichtenhagen wirklich dient.
Sein visionäres Ziel: „Ein neues Nordlicht als lebendiger Ort, mit Veranstaltungsraum, Post und einer aktiven Erdgeschosszone, die Begegnung und Versorgung zusammendenkt.“ Die Diskussion um die Zukunft des Nordlicht-Standorts zeigt, wie Stadtentwicklung im Spannungsfeld zwischen Denkmalschutz, wirtschaftlichen Interessen und Bürgerbedürfnissen stattfindet.



