Rostocker Frauentag: Rundgang enthüllt vergessene Frauen hinter männlichen Straßennamen
Rostock: Frauen-Geschichten hinter Straßennamen enthüllt

Vergessene Frauen hinter männlichen Straßennamen: Rostocker Rundgang am Frauentag

Wie weiblich ist Rostock wirklich? Diese faszinierende Frage steht im Mittelpunkt eines besonderen Rundgangs, den Hendrikje Wehnert am internationalen Frauentag, dem 8. März, im östlichen Bahnhofsviertel der Hansestadt anbietet. Von 11 bis 12.30 Uhr widmet sich die Veranstaltung der weiblichen Perspektive auf Straßen- und Platznamen, die in diesem historischen Quartier überwiegend nach Männern benannt wurden.

Biografien von Malerinnen, Schriftstellerinnen und Aktivistinnen

Wehnert konzentriert sich dabei nicht auf die bekannten Namensgeber, sondern beleuchtet die oft übersehenen Frauen in ihrem Umfeld. Ehefrauen, Schwestern, Schwägerinnen, Mütter und Töchter rücken in den Fokus, deren Lebensgeschichten bisher im Schatten der männlichen Persönlichkeiten standen. Viele dieser Frauen waren selbst höchst aktiv – als talentierte Malerinnen, produktive Schriftstellerinnen oder engagierte Mitstreiterinnen der Vormärzbewegung, die im 19. Jahrhundert für demokratische Reformen kämpfte.

Der Rundgang durchquert insgesamt 22 Straßen und Plätze, von denen erstaunlicherweise 21 männliche Namen tragen. Diese Diskrepanz macht die Veranstaltung besonders relevant, denn sie macht sichtbar, wie weibliche Beiträge zur Stadtgeschichte systematisch unterrepräsentiert sind. Neben der Vorstellung der Frauenbiografien ordnet Wehnert das gesamte Viertel historisch ein und schafft so ein umfassendes Verständnis für die städtebauliche und gesellschaftliche Entwicklung Rostocks.

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Praktische Informationen für Interessierte

Treffpunkt für den rund 90-minütigen Rundgang ist die Herweghstraße 51 auf der Nordseite des Hauptbahnhofs, genau an der Bäckerei Nowak. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, was den niedrigschwelligen Zugang zu diesem wichtigen Thema ermöglicht. Aufgrund der begrenzten Kapazitäten wird eine vorherige Anmeldung bis zum 6. März per E-Mail an [email protected] empfohlen. Spontane Teilnehmer sind willkommen, sofern noch Plätze verfügbar sind.

Diese Initiative zeigt beispielhaft, wie Stadtgeschichte neu erzählt werden kann, indem sie vergessene Perspektiven wieder ins Bewusstsein rückt. Gerade am Frauentag bietet sich die Gelegenheit, das Rostocker Stadtbild mit anderen Augen zu sehen und die vielfältigen Beiträge von Frauen zur kulturellen und politischen Entwicklung der Hansestadt zu würdigen.

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