Teterower Treppen-Konflikt: Aus Vandalismus wird Gemeinschaftskunstwerk
Teterow: Aus Vandalismus-Treppe wird Gemeinschaftskunstwerk

Vom Ärgernis zur Chance: Teterower Treppe wird zum offiziellen Kunstwerk

In der Bergringstadt Teterow hat eine einfache Treppe in der Oststadt für monatelange Diskussionen gesorgt. Der Aufgang von der Börnungsstraße zum Wohngebiet Ost wurde dreimal ohne Genehmigung in den Farben Rot, Weiß und Blau angestrichen, was die Stadtverwaltung zweimal durch kostspielige Reinigungsaktionen rückgängig machte. Die wiederholten Vorfälle haben die Stadtkasse bereits mit 4.000 Euro belastet und zu hitzigen Debatten in der Stadtgesellschaft geführt.

Die „Hansatreppe“: Ein Symbol mit zwiespältiger Geschichte

Die Teterower Bürger haben dem Aufgang längst einen Namen gegeben: „Hansatreppe“. Diese Bezeichnung bezieht sich nicht nur auf die Farbgebung, die an die Hanse erinnert, sondern auch auf eine Gruppe, die sich als „Hansakrieger“ zu den illegalen Anstrichen bekannt hat. Was als Sachbeschädigung begann, entwickelte sich zu einem wiederkehrenden Katz-und-Maus-Spiel zwischen den unbekannten Aktivisten und der Stadtverwaltung.

Bürgermeister Andreas Lange (parteilos) brachte nun einen konstruktiven Lösungsvorschlag in das Stadtparlament ein, der einstimmige Zustimmung fand. „Wir möchten hier einen kreativen und langfristigen Wandel schaffen, anstatt uns immer wieder mit unerwünschten Schmierereien auseinanderzusetzen“, erklärt der Bürgermeister die neue Strategie. Die Stadtvertreter sind sich einig, dass weitere Reinigungseinsätze die Stadtkasse nicht weiter belasten dürfen und eine dauerhafte Lösung gefunden werden muss.

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Gemeinschaftsprojekt statt illegaler Aktionen

Der neue Plan sieht vor, die Treppe offiziell und dauerhaft künstlerisch zu gestalten – allerdings nicht in den bisherigen Hansafarben. Aus dem bisherigen Konfliktobjekt soll ein Kunstwerk werden, mit dem sich möglichst alle Teterower identifizieren können. Die Treppe soll zu einem Ort werden, der das Gemeinschaftsgefühl stärkt und das Stadtbild nachhaltig verschönert.

Für die Umsetzung dieses ambitionierten Projekts wird der Verein Formate die Stadt Teterow unterstützen. Gemeinsam wollen sie die notwendige Organisation übernehmen und die Zusammenarbeit mit Künstlern, Jugendlichen und Bürgern koordinieren, die sich aktiv in die Neugestaltung einbringen möchten. Das Ziel ist ein partizipativer Prozess, bei dem verschiedene Bevölkerungsgruppen ihre kreativen Ideen einbringen können.

Finanzierung durch Spenden und Bürgerbeteiligung

Die Finanzierung des Kunstprojekts soll vor allem über Spenden erfolgen. Die Stadt hat bereits eine entsprechende Spendenaktion gestartet und alle notwendigen Informationen dazu auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Interessierte Bürger, die das Projekt finanziell unterstützen möchten, finden dort alle Details zur Beteiligungsmöglichkeit.

Die Verwaltung und Stadtvertretung sind überzeugt, dass die neue künstlerische Gestaltung nicht nur das Stadtbild aufwerten, sondern auch ein sichtbares Zeichen für den Zusammenhalt der Teterower schaffen wird. Aus einem wiederkehrenden Problem könnte so ein identitätsstiftendes Gemeinschaftsprojekt entstehen, das die Stadt über die Grenzen der Oststadt hinaus bereichert.

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