Torgelow: Ampeln und Gehwege sollen für Menschen mit Behinderungen sicherer werden
Torgelow: Sicherere Ampeln und Gehwege für Behinderte

Torgelow arbeitet an barrierefreier Infrastruktur für Menschen mit Behinderungen

In der Stadt Torgelow stehen die Themen Barrierefreiheit und Sicherheit für Menschen mit Behinderungen derzeit im Fokus. Bei der jüngsten Einwohnerfragestunde wurden konkrete Missstände angesprochen, die das tägliche Leben für seh- und hörbehinderte Personen sowie mobilitätseingeschränkte Senioren erschweren. Die Stadtverwaltung zeigt sich zwar kooperativ, muss jedoch bei einigen Problemen auf behördliche Genehmigungen und Haushaltsmittel warten.

Zu leise Ampeltöne und schlechte Sichtbarkeit

Manfred Krüger, ein stark sehbehinderter Bürger, der regelmäßig an Stadtvertretersitzungen teilnimmt, kritisierte in der Fragestunde mehrere Ampelanlagen in Torgelow. "In Torgelow gibt es noch einige Ampeln, die zu leise sind. Dazu kann man das Licht, zum Beispiel an der Eggesiner Straße, teilweise schlecht erkennen", erklärte Krüger. Besonders bei hohem Verkehrsaufkommen seien die Signaltöne an Kreuzungen wie der Bahnhofstraße/Breite Straße für Hörbehinderte kaum wahrnehmbar.

Bürgermeisterin Kerstin Pukallus (parteilos) reagierte auf die Kritik und gab bekannt, dass die Ampeln an der Eggesiner Straße/Friedrichstraße im Haushaltsjahr 2026 auf LED-Technik umgerüstet und mit modernen Signalgebern ausgestattet werden sollen. "Einen genauen Zeitpunkt kann ich bis jetzt nicht nennen. Für die Ampel in der Karlsfelder Straße müssen wir die Bestätigung des Haushaltes abwarten, erst dann können wir an dieser Stelle aktiv werden", so Pukallus.

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Verschiedene Systeme und Zuständigkeiten erschweren Lösungen

Michael Blaha, Vorsitzender des Senioren- und Behindertenbeirates, erläuterte, dass in Torgelow unterschiedliche Ampelanlagen-Systeme im Einsatz sind und verschiedene Behörden wie das Straßenbauamt Neustrelitz und die Straßenbehörde Schwerin zuständig sind. "Wir waren mit den Ämtern schon letztes Jahr in der Stadt unterwegs, da wurden alle Ampeln auf Maximum nachgestellt", berichtete Blaha. Die Lautstärke der Signaltöne passe sich automatisch dem Verkehrsaufkommen an – bei Nacht sei sie leiser, bei starkem Verkehr lauter.

Zudem wurde bei der letzten Überprüfung eingestellt, dass gehbehinderte Menschen und Senioren ausreichend Zeit haben, um die Straße während der Grünphase sicher zu überqueren. Diese Maßnahmen zeigen, dass die Stadt bereits Schritte unternommen hat, doch bleiben Herausforderungen bestehen.

Problematische Absätze an der Rathausbrücke

Ein weiteres kritisches Thema ist die Rathausbrücke in Richtung Ueckerbogen. Manfred Krüger wies auf störende Absätze hin: "Mit meinem Stock merke ich das. Ältere Leute, die mit einem Rollator unterwegs sind, bleiben daran hängen und müssen den Rollator darüber heben". Er schlug vor, die Kanten anzugleichen, um Stürze zu vermeiden.

Bürgermeisterin Pukallus räumte ein, dass es auf der Brücke Absätze von zwei bis drei Zentimetern Höhe gibt, die Bauamtsleiter Toni Port genau vermessen hat. "Aber diese Brücke arbeitet. Die Situation ändert sich abhängig von der Temperatur", erklärte sie. Eine Aufpflasterung oder das Aufstellen von Hinweisschildern seien daher nicht praktikabel. "Im Moment sehe ich für dieses Problem noch keine Lösung", musste Pukallus bedauernd feststellen.

Langfristige Perspektiven für mehr Barrierefreiheit

Die Diskussion in Torgelow verdeutlicht, dass die Umsetzung von Barrierefreiheit im öffentlichen Raum ein komplexer Prozess ist, der oft von behördlichen Vorgaben und finanziellen Mitteln abhängt. Während bei den Ampeln konkrete Pläne für Nachrüstungen bestehen, erfordern strukturelle Probleme wie die Absätze an der Rathausbrücke innovative Lösungsansätze. Die Stadt bleibt im Dialog mit Betroffenen wie Manfred Krüger und dem Senioren- und Behindertenbeirat, um schrittweise Verbesserungen zu erreichen und Torgelow für alle Bürger sicherer und zugänglicher zu gestalten.

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