Templiner Unternehmer kämpft um Parkplatz: Statt Knöllchen lieber Investition in Stellfläche
Unternehmer will Parkplatz statt Knöllchen zahlen

Templiner Geschäftsinhaber fordert praktikable Parklösungen

Jens Lemke, Inhaber des IT-Dienstleisters ComputerHoeft in der Templiner Puschkinstraße, sieht sich regelmäßig mit einem ungewöhnlichen Problem konfrontiert. Sein Firmenwagen darf vor dem eigenen Geschäft nur für maximal zwei Stunden parken – eine Regelung, die im Alltag kaum einzuhalten ist.

Techniktransport als tägliche Herausforderung

Der Unternehmer ist in seiner Arbeit zwingend auf ein Fahrzeug angewiesen. Computer, Laptops, Drucker und umfangreiches Zubehör müssen regelmäßig transportiert werden. Auch Reparaturaufträge erfordern das Ein- und Ausladen schwerer Technik. „Bei der Arbeit oder in Kundengesprächen verliert man leicht die Zeit aus den Augen“, erklärt Lemke. Die Folge: Wiederholt landeten bereits Verwarngelder der Stadt Templin unter seinem Scheibenwischer.

Investition in Wirtschaftsförderung statt Strafzahlungen

Lemke würde das Geld lieber sinnvoller verwenden. „Warum ist es nicht möglich, einem Unternehmer den Rücken zu stärken und mir einen Stellplatz zur Verfügung zu stellen?“, fragt er. Seiner Ansicht nach wäre eine feste Parkmöglichkeit echte Wirtschaftsförderung für ortsansässiges Gewerbe. Für einen solchen Stellplatz wäre er sogar bereit, regelmäßige Gebühren zu zahlen.

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Stadtverwaltung sucht nach Kompromissen

Rico Bechly, Leiter des Fachgebietes Ordnung und Sicherheit, betont zunächst den Grundsatz: „Der öffentliche Verkehrsraum steht allen Verkehrsteilnehmern zur Verfügung.“ Die Puschkinstraße sei aktuell mit Parkscheibenpflicht und Zweistundenbegrenzung ausgewiesen. Dennoch zeigt die Verwaltung Flexibilität.

Mögliche Lösungsansätze könnten laut Bechly sein:

  • Zusätzliche Beschilderung zur Abmilderung von Stoßzeiten
  • Prüfung zeitlich beschränkter Haltverbote nach Vorbild der Schinkelstraße
  • Hinweis auf alternative Parkplätze am ehemaligen Amtsgericht und in der Bahnhofstraße

Bürgermeister bietet direkten Dialog an

Templins Bürgermeister Christian Hartphiel (SPD) signalisiert Gesprächsbereitschaft. „Ich biete Herrn Lemke einen Vor-Ort-Termin an, um praktikable Möglichkeiten zu besprechen und zu prüfen“, erklärt er. Damit bleibt die Hoffnung auf eine individuelle Lösung für den IT-Unternehmer bestehen, auch wenn ein fester Stellplatz laut Stadtverwaltung nicht in Aussicht gestellt werden kann.

Die Situation in der Puschkinstraße verdeutlicht ein grundsätzliches Spannungsfeld zwischen Verkehrsregelung und Gewerbeförderung. Während die Stadt auf gleichberechtigte Nutzung des öffentlichen Raums pocht, fordern lokale Unternehmen praxisnahe Rahmenbedingungen für ihre tägliche Arbeit.

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