Wittenberge präsentiert sich als dynamische Stadt im Wandel
Der diesjährige Bürgerempfang im Kultur- und Festspielhaus von Wittenberge offenbarte eindrucksvoll, wie sich die Elbestadt derzeit verändert und weiterentwickelt. Vor nahezu voll besetztem Saal wurde deutlich, dass Wittenberge nicht nur eine Stadt im Wandel ist, sondern auch eine sportlich engagierte Gemeinschaft darstellt.
Bahnhofsgebäude erwacht zu neuem Leben
Eines der bedeutendsten Großprojekte der vergangenen Jahre stellt die Sanierung des historischen Bahnhofsempfangsgebäudes dar. Nach Jahren im Dornröschenschlaf erwacht das Gebäude nun zu neuem Leben. Sandra Perabo, Geschäftsführerin des Technologie- und Gewerbezentrums Prignitz, und Projektleiter Martin Röhr von der städtischen Wohnungsgesellschaft präsentierten den aktuellen Stand der Bauarbeiten, die mit einem Volumen von rund 25 Millionen Euro zu den umfangreichsten Projekten der Stadt gehören.
Bereits im April werden die ersten Mieter in das renovierte Gebäude einziehen. Das Technologie- und Gewerbezentrum, das als Ansprechpartner für Unternehmensgründer in Wittenberge und Perleberg fungiert, zieht gemeinsam mit der Kleinstadtakademie aus dem Gewerbegebiet Süd an den Bahnhof und wird dort gleich drei Etagen belegen. Im ältesten Teil des Gebäudes entstehen im Erdgeschoss zwei Besprechungsräume, die auch externen Nutzern zur Verfügung stehen werden.
In den Obergeschossen wird ein modernes Gründungszentrum mit sechs Startup-Büros für Firmengründer und 14 Coworking-Spaces eingerichtet. Am 13. Juni können Bürger das renovierte Gebäude aus dem 19. Jahrhundert mit seinem Anbau von 1924 beim "Tag des offenen Bahnhofs" erkunden. Neben dem Technologie- und Gewerbezentrum und der Kleinstadtakademie werden künftig auch die Feldküche, das Jobcenter, ein Ticketschalter der Deutschen Bahn und die Deutsche Gesellschaft für zerstörungsfreie Prüfung im Bahnhofsgebäude vertreten sein.
Landesgartenschau bringt neues Leben in die Stadt
Ein weiterer Schwerpunkt des Abends war die bevorstehende Landesgartenschau, die am 21. April 2027 eröffnet werden und bis zum 24. Oktober desselben Jahres andauern soll. Laga-Geschäftsführer Ernst Volkhardt berichtete, dass die Arbeiten im Kernbereich – im Clara-Zetkin-Park, im Stadtpark, am Külzberg und am Schwanenteich – bereits auf Hochtouren laufen.
Rund um die Kar- und Ostertage lädt Volkhardt zum Soft Opening des neuen Restaurants "elbwärts.GENUSS" ein, das aus dem früheren "Fährmann" entstanden ist. Am Karfreitag startet der erste Außenbetrieb am Nedwighafen mit einem umfangreichen Familienprogramm, das Snacks und Drinks aus der mobilen Hafenbar, eine Hüpfburg, Mitmachaktionen, Musik sowie Informationen zum neuen Hafenquartier umfasst.
Weitere Informationen zur Landesgartenschau werden bei einer Veranstaltung am 21. April ab 18.30 Uhr im Kultur- und Festspielhaus präsentiert. Bereits jetzt sind Tageskarten für die Laga erhältlich, die sich laut Volkhardt als ideales Ostergeschenk anbieten.
Attraktivität zieht neue Bewohner an
Moderatorin Nicole Kordts betonte in ihrer durchgängigen Botschaft, dass Wittenberge immer attraktiver werde. Diese Entwicklung bestätigte auch Jan Christlieb, der im vergangenen Jahr aus Berlin in die Elbestadt gezogen ist. Nachdem ihm die Hauptstadt zu hektisch geworden war, suchte er eine passende Kleinstadt und fand in Wittenberge ideale Bedingungen vor.
Entscheidend waren für ihn drei Faktoren: eine gute Infrastruktur mit Bahnanbindung, viel Natur in der Umgebung und bezahlbarer Wohnraum. All diese Voraussetzungen habe er in Wittenberge vorgefunden. Besonders wichtig sei ihm jedoch die positive Stimmung in der Stadt geworden: "Hier geht es nicht nach unten, hier wird nicht nur der Status quo verwaltet."
Unterstützung erhielt er dabei von den "Elblandwerkern", die aus dem "Summer of Pioneers" im Jahr 2019 entstanden sind, als Digitalarbeiter aus Berlin und Hamburg nach Wittenberge kamen, um hier mobil zu arbeiten. Die Initiative bietet mittlerweile ein Probewohnen für Interessierte an, wie Christian Soult von den "Elblandwerkern" informierte.
Sportliche und kulturelle Höhepunkte
Neben den informativen Redebeiträgen bot der Bürgerempfang auch ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm. Sängerin Petra Luft sorgte gemeinsam mit Alexander Girsch, dem Leiter der Kreismusikschule, für musikalische Höhepunkte. Die Wittenberger Tanzgruppe "Clinique", die bereits beim SOS-Talente-Festival im vergangenen Jahr das Publikum überzeugte und den Jury-Preis gewann, präsentierte ihr Können.
Besonderen Applaus erhielten die jungen Sportler der Turngemeinschaft Wittenberge 1863 e.V., die mit akrobatischen Einlagen begeisterten. Geehrt wurden zudem die vielen Ehrenamtler des Elbhospizes "Weiße Berge", deren Engagement für die Stadtgesellschaft gewürdigt wurde.
Infrastrukturprojekte schreiten voran
Bürgermeister Oliver Hermann verwies in seinem Schlusswort trotz der Pannen bei der Sanierung der Bahnstrecke Berlin-Hamburg auf die "deutlichen Verbesserungen" durch die neuen Gleise am Bahnhof. Auch eine Fahrspur der neuen A14-Elbquerung soll bereits im August eröffnet werden.
Die zentrale Botschaft des Abends war eindeutig: Es geht voran in Wittenberge. Die Stadt entwickelt sich dynamisch, zieht neue Bewohner an und schafft attraktive Lebensbedingungen. Vom historischen Bahnhofsgebäude über die Landesgartenschau bis hin zu den sportlichen und kulturellen Angeboten zeigt sich Wittenberge als Stadt mit Zukunftsperspektiven und engagierter Bürgerschaft.



