Zwischen Milch und Käse lagern sie wie kleine Goldbarren im Kühlregal: Butterpakete. Sorgfältig in glänzendes Papier gehüllt, als hätte man ihr über Nacht den Status eines Luxusguts verliehen. Davor ein handgeschriebener Zettel: „Nur 4 mal Butter“. Eine strikte Limitierung, die wirkt, als müsse man hier nicht einkaufen, sondern Zuteilung beantragen.
Butter als Engpass: Warum endet hier die Großzügigkeit?
Milch literweise? Kein Problem! Käse kiloweise? Bitte greifen Sie ordentlich zu! Doch bei der Butter endet die Großzügigkeit des Handels abrupt. Als wäre ausgerechnet das gelbe Stück Fett der neuralgische Punkt der Versorgungskette. Dabei ist es doch die gleiche Logik des Marktes, die sonst jeden Sonderpreis feiert und den Griff ins Regal beinahe sportlich belohnt: Punkte, Rabatte und mehr.
Die Begründung klingt oft nach Fürsorge: möglichst vielen soll etwas bleiben. In Wahrheit entsteht jedoch ein merkwürdiges Theater der Knappheit. Der deutsche Reflex zwischen Sparsamkeit und Vorratshaltung schlägt zuverlässig zu. Wer clever ist, findet Wege um die Grenze herum: ein zweiter Gang, ein erneuter Einkauf, ein getrennter Kassenbon im Paarbetrieb des Alltags.
Tiefpreisaktionen und der echte Irrsinn
Würde man diese absurden Tiefpreis-Aktionen einfach lassen und die Dinge für ihren echten Wert verkaufen, müsste man auch keine handgeschriebenen Bremszettel zwischen Butterpäckchen klemmen. Das ist doch Irrsinn in Reinkultur. Der Einzelhandel setzt erst den Rotstift an und dann wird reglementiert, damit das, was eigentlich zahlreich verkauft werden soll, aber auch ja nicht zu viel an einzelne Kunden geht. So entsteht eine künstliche Verknappung, die weder dem Kunden noch dem Handel nützt. Statt mit Schnäppchen zu locken und dann zu limitieren, wäre es ehrlicher, faire Preise zu verlangen und auf solche albernen Beschränkungen zu verzichten.



