Im März und April wurde bereits eifrig gepflanzt, im Mai kommen nun auch empfindliche Sorten in die Erde – allerdings besser erst nach den Eisheiligen Mitte Mai, trotz eines wärmeren Frühjahrs. Denn auch wenn sich vielerorts der Frühsommer bereits gezeigt hat, sollte die Bauernregel als Orientierung für den richtigen Pflanzzeitpunkt dienen, empfiehlt Gartenbauexperte Lutz Popp vom Bayerischen Landesverband für Gartenbau und Landespflege (BLGL).
Warum Geduld wichtig ist
Bis Mitte Mai kann es in vielen Regionen Deutschlands noch zu Nachtfrost kommen. In klaren Nächten sinken die Temperaturen in Bodennähe spürbar. Werden Paprika, Tomaten und Co. zu früh ins Beet gesetzt, können die empfindlichen Jungpflanzen binnen weniger Stunden Schaden nehmen. Besonders wärmeliebende Pflanzen reagieren anfällig auf späte Kälteeinbrüche: Dazu zählen Gurken, Tomaten, Zucchini, Chili, Paprika und auch Basilikum. „Gerade bei Tomaten zeigt sich jedes Jahr, wie schnell ein früher Pflanztermin zum Problem werden kann“, so Popp.
Auch Balkonpflanzen betroffen
Übrigens tun sich auch Balkonpflanzen wie Petunien oder Geranien mit Temperaturen um den Gefrierpunkt schwer. Daher sollten auch sie erst nach Mitte Mai dauerhaft nach draußen. Wer Pflänzchen drinnen vorgezogen hat, lässt sie am besten vorerst noch auf der Fensterbank. Nur tagsüber dürfen sie laut Nabu Berlin schon mal an die frische Luft, um sich langsam an die Bedingungen draußen zu gewöhnen.
Vorteile des späteren Pflanzens
Nach den Eisheiligen zu pflanzen, hat Lutz Popp zufolge übrigens auch weitere Vorteile: Durch die beständigeren Temperaturen wachsen viele Pflanzen zügiger. Der vermeintliche Vorsprung früher gesetzter Pflanzen wird so schnell wieder aufgeholt.
Frühes Pflanzen nur mit Frostschutz
Wen das Pflanzfieber dennoch schon vor Mitte Mai packt, der sollte empfindliche Pflanzen in der Nacht gut schützen. Etwa mit kleinen Folientunneln, Folienhauben oder Gartenvlies. Balkonpflanzen kommen bei einer Frostwarnung an einen geschützten Ort oder wieder nach drinnen.



