Enttäuschende Touristenattraktionen: Autor berichtet
Manchmal platzt ein Traum schneller, als man „Wow“ sagen kann. So erging es auch TRAVELBOOK-Autor Robin Hartmann bei zahlreichen weltberühmten Sehenswürdigkeiten. Die Vorfreude war groß, doch vor Ort wurde er dann einfach nur enttäuscht. Man freut sich monatelang auf ein berühmtes Ziel, liest Lobeshymnen in Reiseführern, sieht Fünf-Sterne-Bewertungen im Netz – und steht dann davor und denkt: Das soll es gewesen sein? Genau das ist dem Autor auf seinen Weltreisen mehr als einmal passiert. Hier sind die Sehenswürdigkeiten, die ihn persönlich besonders enttäuscht haben.
Eins vorab: Dies ist ein rein subjektives Meinungsstück. Vielleicht lieben Sie genau die Orte, die der Autor kritisch sieht. Vielleicht hatte er einfach Pech mit dem Zeitpunkt oder den Umständen.
Die Mona Lisa in Paris
Wenn es einen Preis für das überhypteste Gemälde der Welt gäbe, wäre die Mona Lisa für den Autor ganz vorn dabei. Das Werk von Leonardo da Vinci hängt im Pariser Louvre, einem der bedeutendsten Museen der Welt. Wer nach Paris reist, kommt hier kaum vorbei. Auch für den Autor und seine Freundin war der Besuch 2015 fest eingeplant. Natürlich wollten auch sie unbedingt zur Mona Lisa. Wer nicht weiß, wo sie hängt, muss nur den Menschenmassen folgen. Das Gemälde ist gerade einmal etwa 77 x 53 Zentimeter groß und hängt in einem eigenen, sonst leeren Raum. Leer – bis auf die Besucher. Die füllen ihn mühelos. Wegen der hohen Sicherheitsvorkehrungen kommt niemand nah heran. Man blickt aus mehreren Metern Entfernung auf das vermutlich Lisa del Giocondo zeigende Porträt, berühmt für sein geheimnisvolles Lächeln. Und jeder will ein Selfie mit genau diesem Lächeln im Hintergrund. Der Autor hielt es nur kurz aus – ein schneller Blick aus etwa acht Metern, dann die Flucht vor den Massen.
Plitvicer Seenplatte in Kroatien
Kroatien ist reich an Naturwundern, die Plitvicer Seenplatte ist das bekannteste. In der Hauptsaison drängen sich hier bis zu 13.000 Menschen täglich durch die Landschaft. Und das ist das eigentliche Problem. Denn die Natur selbst hat den Autor nicht enttäuscht. Doch nach etwa einer Stunde waren er und seine Begleitung entnervt. Besucher werden über schmale Holzstege direkt über dem Wasser geführt. Das Wasser leuchtet bei Sonne fast überirdisch blau. Nur genießen kann man das kaum. Von hinten wird geschoben, zur Seite gedrängt. Wer stehen bleibt, um ein Foto zu machen, hört genervtes Stöhnen. Eine Stimmung wie an der Supermarktkasse, wenn jemand plötzlich sein Kleingeld sucht.
Die Chinesische Mauer in Peking
Ein Weltwunder – das will man gesehen haben. 2003 reiste der Autor als Austauschschüler drei Wochen durch China. Sie besuchten die Verbotene Stadt, das Grab von Konfuzius und einen heiligen Berg. Auch die Chinesische Mauer stand auf dem Programm. Von Peking aus ging es los. Damals hieß es, die wachsende Metropole werde sich die Mauer irgendwann einverleiben. Bei ihrem Besuch war es jedenfalls so voll, als wäre das schon passiert. Souvenirbuden mit Ramsch, Gedränge, Lärm. Auf keinem Foto ist der Autor allein. Immer wieder wurde er als Europäer gebeten, für Fotos mit Einheimischen zu posieren.
Der Mittelpunkt der Welt in Ecuador
2013 stand der Autor nahe Quito am sogenannten Mittelpunkt der Welt. Ein Obelisk markiert dort den Breitengrad Null. Rund um das Äquatordenkmal entstand ein kleiner Vergnügungspark mit Fressbuden. Man macht ein Foto mit dem Obelisken, das war es. Trotzdem gehört der Ort zu den meistbesuchten in Ecuador.
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