Neulich stand ich vor dem Regal mit den Akkuschraubern und wusste: Ohne den mit dem bürstenlosen Motor wird das mit dem Regalbrett nichts. Dabei hätte ich das Brett mit der Bohrmaschine vom Nachbarn in zwölf Minuten drangehabt. Aber so geht das nicht. Man hat eine Aufgabe, also braucht man ein Gerät. Und je teurer das Gerät, desto williger erledigt es die Arbeit – so die Theorie.
Werkzeuge anschaffen als Symptom
Ich leide, wie viele Gartenbesitzer, an Anschafferitis. Die Symptome sind harmlos: Man liest Produkttests, vergleicht Akkulaufzeiten, erfindet Projekte, die das neue Werkzeug rechtfertigen. Der Rasen wird erst gemäht, wenn der Mäher geliefert ist, die Hecke erst geschnitten, wenn die Teleskopstange eintrifft.
Die Werbung verspricht, dass gute Geräte die Arbeit wie von allein machen. Stimmt sogar. Nur nicht die Arbeit, die man erledigen wollte, sondern die, das Gerät zu laden, zu kalibrieren und wieder in den Keller zu tragen.
Die faulsten Menschen als beste Konsumenten
Sind die faulsten Menschen eigentlich die besten Konsumenten? Vermutlich ja. Wer gern arbeitet, kauft Werkzeug, das hält. Wer ungern arbeitet, kauft Werkzeug, das verspricht. Zwei Sorten Kundschaft – eine Sorte Fachmarkt.
Es gibt allerdings Arbeiten, bei denen auch der Hochleistungsakku kapituliert: Steuererklärung, Konfliktgespräche, Kindererziehung. Hier hilft kein Zubehör. Was schade ist. Ich hätte sofort bestellt.



