Knigge 2026: So meistern Sie Händedruck, Tischmanieren und Social Media
Knigge 2026: Händedruck, Tischmanieren, Social Media

In einer zunehmend digitalisierten Welt stellt sich die Frage: Sind traditionelle Benimmregeln nach Knigge noch zeitgemäß? Die Knigge-Trainerin Nicole Schlepphorst aus Lippstadt beantwortet diese Frage eindeutig: „Knigge ist nicht verstaubt, sondern hochaktuell. Es geht um wertschätzenden Umgang, der niemals an Bedeutung verliert.“ Seit 2018 arbeitet sie als Trainerin für moderne Umgangsformen, zuvor leitete sie 17 Jahre lang ein Geschäft für Businessbekleidung. Ihr Antrieb: der Wunsch nach echtem menschlichem Kontakt.

Der Händedruck als erste Hürde

Schlepphorst erkannte ihre Berufung, als eine Freundin von einem schlaffen Händedruck und fehlendem Blickkontakt einer Praktikantin berichtete. „Ich möchte jungen Menschen zeigen, wie sie auf andere wirken und diesen Eindruck positiv gestalten können“, erklärt sie. Sie beginnt bereits in Kindergärten, wo sie spielerisch Themen wie Begrüßung, Zauberwörter und Tischkultur vermittelt. In Grundschulen und weiterführenden Schulen bietet sie Workshops für Praktika und Bewerbungsgespräche an, in Unternehmen führt sie Auszubildenden-Knigge-Seminare durch.

Der perfekte Auftritt im Berufsleben

Ihre Seminare tragen Titel wie „Mein perfekter Auftritt“ und kombinieren Theorie mit praktischen Übungen. Besonders wichtig ist ihr der Händedruck: „Er ist nach wie vor relevant, auch wenn Corona ihn verändert hat. Heute empfindet niemand jemanden als unhöflich, der aus gesundheitlichen Gründen darauf verzichtet.“

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Fettnäpfchen mit Humor nehmen

Schlepphorst rät, kleine Missgeschicke wie ein umfallendes Glas mit Humor zu nehmen. Auch Tischmanieren sind ein Thema: „Mein Mann probiert gern von meinem Teller – das nervt. Unser Kompromiss: ein zusätzlicher Teller in der Tischmitte.“

Social Media als modernes Schaufenster

Auf Plattformen wie LinkedIn, Instagram, TikTok und Facebook veröffentlicht Schlepphorst kurze Videos zu konkreten Benimmfragen. Ihr Markenzeichen: Blazer, Fliege und Dutt. Ihr Video zur Serviettennutzung erreichte 22.000 Aufrufe. Die größte Zuschauergruppe sind 45- bis 54-Jährige, aber auch Jüngere interessieren sich zunehmend. „Die Unsicherheit in sozialen Interaktionen treibt die Menschen zu Knigge“, stellt sie fest.

Interkulturelle Feinheiten

Unternehmen buchen sie für interkulturelle Trainings. „In Deutschland schaut man sich in die Augen, in Japan verbeugt man sich. Diese Feinheiten vermittle ich in meinen Seminaren.“

Zehn Knigge-Fragen für den Alltag

  1. Besteck richtig legen: „20 nach acht“ zeigt eine Pause an, quer über dem Teller bedeutet „fertig“.
  2. Pizza essen: Mit Messer und Gabel ist üblich, in Italien isst man sie oft mit der Hand.
  3. Toilettengang am Tisch: Ein einfaches „Entschuldigen Sie mich bitte für einen Moment“ reicht.
  4. Essen schmeckt nicht: Offen und ehrlich sagen.
  5. Niesen am Tisch: In die Armbeuge oder ein Taschentuch niesen.
  6. Handtasche im Restaurant: Nicht auf den Tisch, sondern auf einen freien Stuhl oder links neben sich auf den Boden legen.
  7. Trinkgeld: Üblich sind fünf bis zehn Prozent, es ist aber keine Pflicht.
  8. Zu spät kommen: Pünktlichkeit zeigt Wertschätzung.
  9. Teller zusammenstellen: Besser nicht, das Servicepersonal hat ein System.
  10. Serviette: Aufgeklappt auf den Schoß legen, nach Gebrauch links neben den Teller, nicht auf den Teller.

Nicole Schlepphorst ist überzeugt: „Wertschätzender Umgang ist zeitlos und gibt Orientierung in einer sich wandelnden Welt.“

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