Die mühsam in Form gebrachten Haare fallen einfach auseinander? Dann hilft Haarspray, so die Hoffnung. Doch nicht alle Sprays kommen ohne kritische Inhaltsstoffe aus – oder ohne tierische. Die Zeitschrift „Öko-Test“ hat in ihrer Ausgabe 05/2026 insgesamt 29 Haarsprays unter die Lupe genommen, darunter drei zertifizierte Naturkosmetikprodukte.
Naturkosmetik überzeugt, konventionelle Sprays mit Licht und Schatten
Die gute Nachricht: Alle drei Naturkosmetik-Haarsprays schneiden mit „sehr gut“ ab. Bei den konventionellen Sprays schafft das nur eines: das „Alterra Volumen Haarspray Bio-Papaya“ von Rossmann für 4,15 Euro pro 250 Milliliter. Immerhin 20 Produkte erhalten die Note „gut“, darunter auch die beiden günstigsten im Test: „Cien Haarspray classic, stark, 3“ von Lidl und „Lacura Haarspray Volumen, für ultrastarken Halt, 4“ von Aldi Nord, beide für jeweils 93 Cent pro 250 Milliliter. Zwei Haarsprays werden mit „befriedigend“ bewertet, eines mit „ausreichend“. Am Ende der Skala stehen zwei Markenhaarsprays, die mit „mangelhaft“ durchfallen.
Kritischer Duftstoff Galaxolid
Die beiden durchgefallenen Produkte enthalten den künstlichen Moschusduft Galaxolid. Dieser Stoff ist schwer abbaubar, reichert sich im menschlichen Fettgewebe an und steht im Verdacht, das Hormonsystem zu beeinträchtigen. Ein Problem für Verbraucher: Galaxolid muss derzeit nicht zwingend in der Inhaltsstoffliste aufgeführt werden, da es sich hinter der Bezeichnung „Parfum“ verstecken kann. Ab Ende Juli 2028 ändert sich das: Dann dürfen nur noch Produkte verkauft werden, die Galaxolid ab einer bestimmten Menge deklarieren. Erkennbar ist der Stoff dann an der Bezeichnung Hexamethylindanopyran. Einige Hersteller geben ihn laut „Öko-Test“ allerdings bereits jetzt an.
Silikone und synthetische Polymere belasten Haar und Umwelt
Neben Galaxolid kritisiert „Öko-Test“ auch Haarsprays, die Silikone und flüssige Kunststoffverbindungen, sogenannte synthetische Polymere, enthalten. Diese sollen zwar für Halt sorgen, können das Haar aber auf Dauer beschweren und sind zumindest teilweise schwer biologisch abbaubar. Die Tester fanden diese Stoffe in 25 der 26 konventionellen Haarsprays. Einzige Ausnahme: das bereits erwähnte „Alterra Volumen Haarspray Bio-Papaya“ von Rossmann, das ohne synthetische Polymere und Silikone auskommt. In zertifizierter Naturkosmetik sind diese Inhaltsstoffe grundsätzlich nicht erlaubt.
Schellack: Tierisches Harz für den Halt
Für den Halt setzen manche Naturkosmetik-Haarsprays auf Schellack. Dieser ist jedoch nichts für Menschen, die vegan leben möchten. Denn Schellack ist ein Harz, das von Schildläusen abgesondert wird. Zwar sind im Harz keine Läusebestandteile enthalten, wie die Verbraucherzentrale Bayern auf ihrer Webseite informiert, jedoch werden bei der Produktion durchaus Läuse getötet. Wer also auf tierische Inhaltsstoffe verzichten möchte, sollte auch bei Naturkosmetik genau auf die Inhaltsstoffliste achten.



