Muttertagserfinderin kämpfte gegen Blumenkauf
Muttertagserfinderin kämpfte gegen Blumen

Berlin – Wenn es nach dieser Frau ginge, gäbe es am Sonntag nichts zu feiern. Die Erfinderin des Muttertags wollte ihn nämlich wieder abschaffen. Und zwar wegen der Blumen.

Die Erfinderin und ihr Kampf gegen die Kommerzialisierung

Anna Marie Jarvis (1864–1948) war die Begründerin des Muttertags. Was nur wenige wissen: Anfang des 20. Jahrhunderts kämpfte sie noch für dessen Einführung, später aber für die Abschaffung. Doch warum wollte die Amerikanerin ihr bedeutendes Lebenswerk selbst zunichtemachen? Tatsächlich passte es ihr nicht, dass alle Kinder ihren Müttern überteuerte Blumen kauften – eine Tradition, die bis heute anhält.

Wie die Frau den Muttertag erfand

Ihre eigene Mutter, Ann Maria Reeves (1832–1905), war eine bekannte Frauenrechtlerin. Sie gründete 1865 in den USA die Bewegung „Mothers Friendships Day“ (dt. Freundschaftstag der Mütter), die ursprünglich das Ziel hatte, Mütter zu vernetzen. Die Tochter trat in ihre Fußstapfen. Am 12. Mai 1907, dem Sonntag nach Reeves‘ zweitem Todestag, hielt Anna Marie Jarvis eine Gedenkfeier zu ihren Ehren ab. Im Jahr darauf wurde daraus eine allen Müttern gewidmete Veranstaltung. Bei den Treffen verteilte Jarvis weiße Nelken an die Frauen – die Lieblingsblumen ihrer Mutter. Doch als sie es schaffte, dass 1914 der Muttertag zum nationalen Feiertag wurde, bemerkte die Gründerin, dass andere Menschen den Tag für sich nutzten: die Blumenhändler.

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Floristen waren ihr ein Dorn im Auge

In den Augen der Muttertagserfinderin waren Blumenhändler „Banditen“ und „Erpresser“. Denn ihr Ansinnen sollte nie einen kommerziellen Zweck verfolgen. Einmal rief sie sogar dazu auf, Floristen zu boykottieren. In einem Nachruf in der „New York Times“ hieß es sogar, sie sei verbittert, weil zu viele Menschen ihren Müttern nur Grußkarten schickten. Sie hielt diese für „eine schlechte Entschuldigung für den Brief, den du zu faul bist zu schreiben“.

Wie der Muttertag nach Deutschland kam

In Deutschland wurde der Muttertag übrigens auf Initiative des Verbands Deutscher Blumengeschäftsinhaber am 13. Mai 1923 erstmals gefeiert. Der Muttertag 2026 bringt Milliarden-Umsatz: Der Handelsverband HDE rechnet mit 1,05 Milliarden Euro für Geschenke. Am häufigsten werden noch immer Blumen geschenkt.

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