Waschbenzin: Wundermittel gegen Fett, aber brandgefährlich
Waschbenzin: Wundermittel gegen Fett, aber brandgefährlich

Waschbenzin klingt nach Tankstelle – ist aber ein bewährter Helfer gegen hartnäckigen Schmutz. Mit Autokraftstoff hat die klare Flüssigkeit nichts zu tun. Stattdessen nutzen Heimwerker und Haushaltsexperten sie, wenn Fett, Kleber oder Öl sich nicht mit herkömmlichen Mitteln entfernen lassen. Doch was steckt wirklich drin, und wo lauern die Gefahren?

Waschbenzin löst Fett und Flecken

Waschbenzin ist farblos, wasserunlöslich und leichter als Wasser. Es schwimmt oben auf und löst Fett besonders effektiv. Ein Blick in das Chemikalien-Lexikon Römpp bestätigt: Aufgrund seiner fettlösenden Eigenschaften wird es als Fleckenentferner eingesetzt, unter anderem in der chemischen Reinigung. Es entfettet Lederwaren, Handschuhe, Kleidung, Metallwaren, Schmuck, Seidengarn und Wolle. Viele Heimwerker kennen Terpentinöl – Waschbenzin wirkt ähnlich.

Gegen Kleber und Schmieröl

Klebstoffreste von Aufklebern oder Etiketten lassen sich damit entfernen. Auch Schmierfettreste auf Metallteilen, Fahrradketten oder Werkzeug verschwinden. Maler und Restauratoren reinigen ihre Pinsel oder verdünnen bestimmte Lacke mit Waschbenzin. Vorsicht ist jedoch bei Kunststoffen geboten: Es kann zu Verfärbungen oder Verformungen kommen. Auch lackierte Auto- oder Möbeloberflächen reagieren möglicherweise empfindlich.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Umweltbundesamt erklärt Zusammensetzung

Das Umweltbundesamt in Dessau ordnet Waschbenzin der Stoffklasse der Benzine zu, also Gemischen aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen. Es handelt sich um ein Erdölprodukt. Waschbenzin entsteht in der Raffinerie bei der Verarbeitung von Rohöl. Es hat einen Siedepunkt zwischen 80 und 110 Grad Celsius und zählt zu den sogenannten Siedegrenzenbenzinen.

Kein Sprit – und nicht ungefährlich

Als Treibstoff eignet sich Waschbenzin nicht. Die Oktanzahl liegt nur zwischen 70 und 88, was Motoren massiv schädigen würde. Zudem verdampft es sehr schnell und riecht wie Benzin von der Tankstelle. Waschbenzin ist leicht entzündlich – ein Funke kann die Dämpfe entflammen. Laut Datenbank ChemInfo des Umweltbundesamts können die Dämpfe bei intensivem Einatmen Kopfschmerzen und Übelkeit verursachen. Niedrigsiedendes Benzin ist nach EU-Verordnung als krebserzeugend und erbgutverändernd eingestuft. Deshalb sollten Schutzhandschuhe, Schutzbrille und Schutzkleidung getragen werden.

Richtig lagern und entsorgen

Waschbenzin gehört in einen gut verschlossenen, rostfreien Stahlbehälter bei etwa 20 Grad Celsius. Der Behälter muss beschriftet sein und fern von Wärme- und Zündquellen stehen. Reste dürfen nicht in die Kanalisation oder Umwelt gelangen, da sie giftig für Organismen sind und das Grundwasser schädigen. Restbestände werden bei der kommunalen Schadstoffsammelstelle entsorgt. Auskunft gibt die örtliche Abfallbehörde.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration