Fastelabend in Hagenow: Tradition begeistert, doch Nachwuchssorgen wachsen
Fastelabend Hagenow: Begeisterung trifft Nachwuchssorgen

Fastelabend in Hagenow: Tradition begeistert, doch Nachwuchssorgen wachsen

Pünktlich um 19:39 Uhr startete der Fastelabend im Mecki in Hagenow und sorgte mit den ersten Programmpunkten gleich für beste Stimmung. Stehende Ovationen und volle Säle zeigten einmal mehr, wie tief diese Tradition in der Region verwurzelt ist. Humor, Musik, Tanz und ein starkes Gemeinschaftsgefühl bestimmten die Veranstaltungen der Dörpschaft to Hagenow am vergangenen Wochenende.

Tradition mit langer Geschichte und ganzjähriger Vorbereitung

Der Fastelabend prägt seit Jahrzehnten das kulturelle Leben der Stadt und knüpft an eine lange karnevalistische Tradition in Mecklenburg an. Die heutige Dörpschaft entstand, um dieses Brauchtum wieder stärker zu beleben. Vorsitzender Frank Richers betont: „Seit der Gründung unseres Traditionsvereins im Jahr 1982 hat sich die Veranstaltung stetig weiterentwickelt und trotzdem ihre Wurzeln behalten.“

Das Programm der Fastelabende entsteht nicht kurzfristig, sondern wächst über Monate hinweg. Ideen entwickeln sich im Alltag der Mitglieder, bei Gesprächen, Beobachtungen oder durch aktuelle musikalische Trends. „Die Ideen kommen eigentlich von uns allen. Das ganze Jahr über sammeln wir Einfälle“, erklärt Richers. Eine zentrale Rolle spielt dabei die künstlerische Leiterin Andrea Koppelmann, die gemeinsam mit vielen Aktiven dafür sorgt, dass aus den einzelnen Ideen eine stimmige Bühnenshow entsteht.

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Ehrenamtliches Engagement als tragende Säule

Der Verein lebt vom Einsatz seiner Mitglieder. Rund 35 Aktive kümmern sich um:

  • Proben und Organisation
  • Bühnenbau und Kostüme
  • Technik und Auftritte

Dies geschieht meist neben Beruf, Familie und anderen Verpflichtungen. Ohne die Unterstützung von Partnern, Familien, Sponsoren und treuen Gästen wäre dieses Engagement kaum möglich. Für viele Beteiligte ist die Bühne längst ein fester Bestandteil ihres Lebens geworden. „Ich brauche das einfach. Den Menschen Freude zu machen, gibt unglaublich viel zurück“, beschreibt Vorsitzender Frank Richers seine persönliche Motivation.

Dringende Nachwuchssuche trotz Publikumserfolg

So erfolgreich die Veranstaltungen auch sind, die Zukunft des Vereins bereitet den Verantwortlichen Sorgen. Die Altersstruktur verschiebt sich zunehmend nach oben, während jüngere Mitglieder häufig nicht dauerhaft dabeibleiben. „Wir suchen dringend Nachwuchs“, sagt Richers offen. „Viele kommen voller Begeisterung, aber wenn sie merken, wie viel Arbeit und Zeit dahintersteckt, springen manche wieder ab.“

Dabei gehe es nicht nur um zusätzliche Helfer, sondern auch um die langfristige Qualität der Programme. Das Publikum habe hohe Erwartungen, die dauerhaft erfüllt werden wollen. Trotz dieser Herausforderungen bleibt die Stimmung im Verein positiv. Die Freude an der Tradition, der starke Zusammenhalt und die Resonanz des Publikums geben Kraft, weiterzumachen.

Realistischer Blick in die Zukunft der Tradition

Gleichzeitig wird offen über die Zukunft gesprochen, denn ohne neue Mitstreiter könnte es langfristig schwierig werden, diese besondere Form regionaler Kultur zu erhalten. Richers formuliert es deutlich: „Der Fastelabend lebt von den Menschen, die ihn gestalten. Wenn neue Leute dazukommen, hat die Dörpschaft eine gute Zukunft. Wenn nicht, wird es irgendwann schwer.“

Das vergangene Wochenende hat erneut gezeigt, welchen Stellenwert der Fastelabend für Hagenow besitzt. Damit das so bleibt, möchte die Dörpschaft neue Ideen aufnehmen und vor allem neue Mitwirkende gewinnen. Der Fastelabend ist weit mehr als eine Veranstaltung – er ist ein wichtiges Stück regionaler Kultur und Identität, dessen Zukunft jedoch aktiv gesichert werden muss.

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