Gemeindefeuerwehr Steinhagen: Zwei Standorte vereinen sich nach personeller Krise
Nachdem die Freiwillige Feuerwehr Neuendorf im vergangenen Sommer aus personellen Gründen ihre Eigenständigkeit aufgeben musste, wurde nun eine gemeinsame Lösung gefunden. Aus den bisherigen Ortsfeuerwehren Steinhagen und Neuendorf entsteht die neue Gemeindefeuerwehr Steinhagen, die weiterhin beide Standorte bedienen wird. „Das Feuerwehrgerätehaus in Neuendorf bleibt erhalten. Auch das neue Feuerwehrauto bleibt dort stationiert“, erklärt Erik Pfotenhauer, der zum neuen Gemeindewehrführer gewählt wurde.
Vorzeitige Wahl und neue Führungsstruktur
Die Fusion erforderte eine vorzeitige Wahl der Gemeindewehrführung, da die Jahreshauptversammlung genutzt werden sollte, um die neue Leitung zu bestimmen. Pfotenhauer, der bereits Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Steinhagen war, tritt damit in seine vierte Legislaturperiode ein, die normalerweise sechs Jahre dauert. Unterstützt wird er von zwei gleichrangigen Stellvertretern: Sven Wilbrandt, der zugleich Jugendwart ist, und Henning Voß. Michael Tost fungiert als Stellvertreter des Jugendwarts.
Nicht mehr im Amt sind Roland Matzmohr, der ehemalige Wehrführer von Neuendorf und aufgrund seines Alters aus dem aktiven Dienst ausgeschieden ist, sowie Lutz Clasen, der sich nicht mehr zur Wahl stellte. Beide hatten sich intensiv für den Erhalt der Eigenständigkeit der Feuerwehr Neuendorf eingesetzt, doch ihre Bemühungen blieben erfolglos. „Sie haben ganz viele Versuche unternommen, um Mitglieder zu werben. Sowohl persönlich an der Haustür als auch bei Aktionstagen in der Gemeinde. Aber das hat alles nur wenig gefruchtet“, so Pfotenhauer.
Nachwuchssuche in beiden Ortsteilen
Die personellen Herausforderungen beschränken sich nicht nur auf Neuendorf. Auch in Steinhagen wird aktuell intensiv um Nachwuchs geworben, insbesondere für die Kinderfeuerwehr. „Wir hatten einen Umbruch, weil viele Kinder älter geworden sind. Ab dem zehnten Lebensjahr müssen sie in die Jugendfeuerwehr wechseln. In der Kinderfeuerwehr könnten es wieder ein paar mehr Kinder sein“, erläutert der Gemeindewehrführer. Gesucht werden Kinder zwischen sechs und zehn Jahren, die die aufregende Welt der Feuerwehr entdecken möchten. Ein Flyer ruft dazu auf, Interesse per Zettel mit Namen und Telefonnummer im Briefkasten der Feuerwehr zu bekunden.
Pfotenhauer betont, dass die Präsenz am Standort Neuendorf weiterhin gewährleistet bleibt: „Wir werden aber auch weiterhin am Standort in Neuendorf präsent sein und versuchen, möglichst junge Leute zu werben und zu überzeugen, in die Feuerwehr zu kommen.“ Der 39-Jährige, der seit 1997 bei der Feuerwehr Steinhagen aktiv ist, sieht den Zusammenschluss vor allem als rechtliche Anpassung: „Der Zusammenschluss ist eher eine rechtliche Geschichte. Wir machen weiterhin unsere Versammlungen und Ausbildungsdienste zusammen mit den Kameraden. In der Praxis ändert sich nichts.“
Die Fusion stellt somit eine strategische Antwort auf den Personalmangel dar, während die gewohnten Abläufe und die Standorte beider Feuerwehren erhalten bleiben. Bürgermeister Dirk Voß gratulierte Pfotenhauer zur Wahl und unterstrich damit die Bedeutung dieser neuen Gemeinschaftslösung für die Sicherheit in der Region.



