Heimatnachmittag in Großgörschen: Alte Fotos wecken Erinnerungen und sammeln Dorfgeschichte
Beim ersten Heimatnachmittag in Großgörschen standen historische Fotos und Postkarten im Mittelpunkt eines lebhaften Austauschs. Die Organisatoren Uwe Legler, Thomas Roth und Jens Rittmann luden dazu ein, um lokale Geschichte und Geschichten zu sammeln und für die Zukunft zu bewahren.
Bewahrung des dörflichen Wissens
„Wir haben gemerkt, dass wir nur wenig über Großgörschen wissen“, erklärt Jens Rittmann, einer der Initiatoren. „Und die, die etwas wissen, nehmen das irgendwann mit.“ Diese Erkenntnis trieb das Trio an, den Heimatnachmittag im Bürgerbegegnungshaus zu organisieren. Knapp 20 Interessierte, darunter auch jüngere Teilnehmer, kamen zusammen, um bei Kaffee und Kuchen in Erinnerungen zu schwelgen.
Alte Schwarz-Weiß-Aufnahmen, Postkarten und sogar ein SG-Scharnhorst-Aufnäher vom Fußballdress der 1950er-Jahre wurden mitgebracht. Schnell bildeten sich kleine Gruppen um Senioren wie Holger Andersohn, die ihr Wissen teilten. Fragen wie „Wer kann die altdeutsche Schrift noch lesen?“ oder „Wann hatten wir eigentlich das erste Kinderprinzenpaar?“ lösten intensive Diskussionen aus.
Digitalisierung und Dokumentation
Im Fokus stand nicht der Handel mit den historischen Stücken, sondern ihre Digitalisierung. Jens Rittmann fotografierte eifrig mit dem Handy ab, um die Bilder für kommende Generationen zu sichern. „Wichtiger ist es, dass wir Bilder digitalisieren und uns Notizen dazu machen“, betonte er. Einige Teilnehmer hatten sogar Lupen mitgebracht, um Details auf den Fotos genau zu untersuchen.
Der Austausch förderte nicht nur historisches Wissen zutage, sondern stärkte auch das Gemeinschaftsgefühl. „Die Leute kommen raus und erzählen“, freute sich Rittmann. Gerade im Winter sei dies wichtig, weshalb der Termin bewusst nach dem Jahreswechsel angesetzt wurde.
Pläne für die Zukunft
Die positive Resonanz macht eine Wiederholung des Heimatnachmittags sehr wahrscheinlich. „Das war eine schöne Runde, wir werden das bestimmt nochmal machen“, bilanzierte Rittmann. Für die nächste Auflage wünscht er sich Unterstützung von Museumsmitarbeitern, um spezielle Fragen fachkundig beantworten zu können.
Persönlich nahm Rittmann neue Ideen für seinen geplanten zweiten Dorfrundgang zum Scharnhorstfest mit. Historische Fotos sollen dabei aktuellen Ansichten gegenübergestellt werden. Dank des gewonnenen Wissens wird er hoffentlich seltener mit einem verlegenen „Uff!“ auf knifflige Fragen reagieren müssen.



