Jugendfeuerwehr im Landkreis LUP: Zwischen Nachwuchssorgen und Freizeitbegeisterung
Jugendfeuerwehr: Zukunftssicherung oder Freizeithobby?

Jugendfeuerwehr im Landkreis LUP: Zwischen Nachwuchssorgen und Freizeitbegeisterung

Die Feuerwehr übt auf Kinder und Jugendliche eine besondere Faszination aus. Bei den Jüngsten sind es vor allem die imposanten Fahrzeuge, das aufregende Blaulicht und der charakteristische Sirenenton, die Begeisterung wecken. Ältere Kinder können sich dann bereits aktiv in der Feuerwehr engagieren und erste spielerische Ausbildungen absolvieren. In der Jugendfeuerwehr wird diese Entwicklung erfolgreich fortgesetzt. Über allem steht dabei die starke Gemeinschaft, die durch das Feuerwehr-Engagement für Heranwachsende entsteht und gepflegt wird.

Fast 3000 junge Mitglieder in den Feuerwehren

Es überrascht daher nicht, dass sich im Verbandsgebiet des Kreisfeuerwehrverbandes LUP aktuell 2973 Mädchen und Jungen in Feuerwehren engagieren. Diese beeindruckende Zahl nennt Kevin Witt, Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbandes. Er teilt weiter mit, dass der Anteil der Mädchen in der Feuerwehr bei knapp 40 Prozent liegt – ein bemerkenswerter Wert für ein traditionell männlich dominiertes Umfeld.

In einigen Gemeinden wie Strohkirchen sorgen diese Zahlen für große Freude. Hier gehört die Jugend fest zur Feuerwehr und zum Ort und verzeichnet starken Zulauf. Im nahegelegenen Hagenow geht man sogar davon aus, die älteste Jugendfeuerwehr im gesamten Kreisgebiet zu besitzen.

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Historische Entwicklung der Jugendarbeit

Welche Jugend- oder Kinderfeuerwehr im Landkreis Ludwigslust-Parchim tatsächlich die älteste oder jüngste ist, kann Kevin Witt zwar nicht mit absoluter Sicherheit sagen: „Nur so viel, in den vergangenen drei Jahren gab es viele 30-jährige Jubiläen. Somit kann man festhalten, dass bereits kurz nach Gründung des Landes Mecklenburg-Vorpommern die Jugendarbeit in den Feuerwehren begonnen hat.“

Von den 224 Feuerwehren im Kreis betreiben 139 Wehren eine Jugendabteilung mit Jugendfeuerwehr – das sind mehr als 50 Prozent aller Einheiten. 87 dieser 139 Feuerwehren unterhalten zusätzlich eine Kinderfeuerwehr. Ein deutlicher Anstieg in diesem jüngsten Bereich der Feuerwehr ist seit etwa zehn Jahren zu verzeichnen, was mit einer Gesetzesänderung zur Öffnung der Jugendfeuerwehren für Kinder ab sechs Jahren zusammenhängt.

Rekordzahlen in einzelnen Wehren

Diese Entwicklung führt zu bemerkenswerten Zahlen wie jenen aus der Feuerwehr Pampow, die mit 27 Mitgliedern die größte Kinderfeuerwehr im Kreis unterhält. Die größte Jugendfeuerwehr hingegen befindet sich mit 35 Kindern und Jugendlichen in der Feuerwehr Wessin. Die Zahlen im Bereich der Jugendfeuerwehr steigen seit Jahren konstant an. „Das erfreut uns sehr“, betont Kevin Witt. Schließlich werden diese Abteilungen von den Feuerwehren, insbesondere auf den jeweiligen Jahreshauptversammlungen, regelmäßig als Zukunft der Feuerwehr bezeichnet.

Die Herausforderung des Übergangs

Ein wichtiger Fakt, der bei der Wissensvermittlung von Kindesbeinen an nicht außer Acht gelassen werden darf: Die Arbeit in den Kinder- und Jugendabteilungen der Feuerwehren ist von großer Bedeutung. Für einige junge Menschen bleibt sie jedoch lediglich eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Kevin Witt äußert sich dazu ehrlich: „Leider schaffen wir es nicht, diese Zahlen auch in die aktive Feuerwehr zu übertragen. Hier sind die Zahlen leider seit Jahren rückläufig.“

Beim Verband sieht man unter anderem den demografischen Wandel als Grund für diesen Rückgang. Diese Entwicklung unterstreicht nur, dass die Feuerwehr in Zukunft noch mehr Kinder und Jugendliche begeistern muss, um auch in zehn und mehr Jahren über ausreichend einsatzbereite Kameraden zu verfügen. Die Spannung zwischen Freizeitengagement und langfristiger Nachwuchssicherung bleibt eine zentrale Herausforderung für die Feuerwehren im Landkreis Ludwigslust-Parchim.

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