Nachruf auf Irma Dinse: Die letzte Diakonisse Bethaniens in Ducherow verstorben
Letzte Diakonisse Bethaniens in Ducherow verstorben

Ein Leben im Dienst der Nächstenliebe: Irma Dinse, letzte Diakonisse Bethaniens, verstorben

Irma Dinse, die letzte Diakonisse des Evangelischen Diakoniewerks Bethanien in Ducherow, ist Ende Januar im hohen Alter von 90 Jahren verstorben. Sie widmete ihr gesamtes Leben dem Dienst an Gott und den Menschen und prägte als letzter aktiver Vertreter ihrer Schwesternschaft die Gemeinschaft in der vorpommerschen Ortschaft nachhaltig.

Vom weltlichen Beruf zur geistlichen Berufung

Erst mit 22 Jahren entschied sich Irma Dinse, geboren 1935 in Kröslin vor den Toren der Insel Usedom, für den Weg als Diakonisse. Zuvor hatte die junge Frau aus Vorpommern eine Ausbildung in der Landwirtschaft absolviert und in einem Sägewerk sowie auf der Wolgaster Peenewerft gearbeitet, wie Kai Becker, der Vorsteher des Evangelischen Diakoniewerks Bethanien, berichtet. „Sie trat 1957 der Diakonissenschaft bei, zu einer Zeit, als die große Erfolgsgeschichte der Diakonissen bereits im Abklingen begriffen war“, erklärt Becker. Die zupackende, fleißige und selbstbewusste Frau habe sich dennoch bewusst für diesen Weg entschieden.

Ein engagiertes Leben im Dienste der Gemeinschaft

In ihren Anfangsjahren war Schwester Irma zunächst in Boock bei Löcknitz, später in Heringsdorf und Teltow tätig, wo sie als Wirtschaftsschwester für Verwaltung und Organisation der Hauswirtschaft verantwortlich zeichnete. 1964 wurde sie feierlich eingesegnet. Besonders gerne erinnerte sie sich an ihre Zeit in Boock, wo sie mit Pferd und Wagen und später auf einer Schwalbe ins Dorf unterwegs war, um Besorgungen zu erledigen. „Bei aller Freiheit, die sie brauchte, war Schwester Irma immer eng mit der Gemeinschaft und dem Glauben verbunden“, betont Kai Becker, der nach eigener Aussage stets gut mit ihr auskam, auch wenn sie manchmal sehr resolut ihren Kurs vorzugeben versuchte.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Treue Verbundenheit bis ins hohe Alter

Irma Dinse blieb bis zum Eintritt in ihr eigenes Rentenleben beim Ducherower Diakoniewerk angestellt, das Senioren und Menschen mit Behinderung betreut. „Sie kümmerte sich um alles, was anlag“, so Becker. Auch im Ruhestand blieb sie der Einrichtung als sogenannte Feierabendschwester erhalten und übernahm organisatorische Aufgaben rund um das historische Stiftsgebäude. Treu begleitete sie weiterhin Andachten und Gottesdienste und pflegte besondere Verbindungen zu Mitarbeitern sowie zu den gehandicapten Menschen, die sie teilweise von Kindesbeinen an kannte.

Die blaue Tracht als Symbol einer vergangenen Ära

Über viele Jahre war die blaue Schwesterntracht mit dem weißen Häubchen ihre Arbeitsuniform, die sie auf den ersten Blick als Diakonisse erkennbar machte. Zuletzt trug sie diese traditionelle Kleidung nur noch zu besonderen Anlässen und bei Gästen, nachdem der Dachverband der Diakonissenschaften in den 1980er Jahren das Tragen der Tracht als Verpflichtung aufgegeben hatte. Heute erinnern im Ducherower Diakoniewerk ausgestellte Trachten, Broschen und Alltagsgegenstände an diese Ära. Auf dem Ducherower Friedhof an der Dorfkirche fand Schwester Irma als letzte Diakonisse Bethaniens nun ihre letzte Ruhestätte neben den Ehrengräbern ehemaliger Vorsteher.

Ein Vermächtnis der tätigen Nächstenliebe

Zeitlebens war es Irma Dinses Anliegen, die Liebe Gottes durch konkretes Handeln weiterzugeben. „Sie war ein Sinnbild dafür, dass Wort und Tat im christlichen Glauben zusammengehören“, sagt Kai Becker. Gerade dieser Aspekt der tätigen Gottes- und Nächstenliebe beschreibe das Wirken der Diakonissen insgesamt und ganz besonders das von Schwester Irma Dinse. So wird sie allen Wegbegleitern in lieber Erinnerung bleiben – als Frau, die ihren Glauben täglich in die Tat umsetzte und damit die Gemeinschaft in Ducherow über Jahrzehnte prägte.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration