Debatte um Rettungs-Zuschuss für Malchins Museum nimmt wieder Fahrt auf
In Malchin spitzt sich die Diskussion um die finanzielle Zukunft des örtlichen Museums weiter zu. Der Museumsverein benötigt dringend Unterstützung, um die hohen Betriebskosten in der historischen Stadtmühle bewältigen zu können. Konkret geht es um einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 5000 Euro, der sowohl für dieses als auch voraussichtlich für das kommende Jahr erforderlich ist, um den Fortbestand der Einrichtung zu sichern.
Stadtverwaltung legt eigenen Antrag vor
Nun hat die Stadtverwaltung unter Bürgermeister Axel Müller einen offiziellen Antrag vorgelegt, der vorsieht, die Betriebs-, Reinigungs- und Versicherungskosten des Museums aus dem Stadthaushalt zu übernehmen. Dieser Zuschuss soll auf maximal 5000 Euro pro Jahr begrenzt werden und so lange gezahlt werden, wie sich das Museum noch in der Stadtmühle befindet. Damit würde die finanzielle Unterstützung mindestens bis ins nächste Jahr andauern.
AfD mit ähnlichem Vorstoß – Brisante Personalie
Bereits zuvor hatte die AfD-Fraktion einen vergleichbaren Vorschlag unterbreitet, der ebenfalls eine Unterstützung des Museumsvereins mit 5000 Euro vorsieht. Besonders brisant ist dabei die Tatsache, dass der Kassenwart des Vereins, der bereits vor einem möglichen Aus des Museums gewarnt hat, zugleich der Fraktionsvorsitzende der Malchiner AfD ist. Dieser Antrag fand bisher keine Mehrheit und wurde in der Februar-Sitzung der Stadtvertreter zurück in die Ausschüsse verwiesen, wo er nun neben dem Antrag der Stadt weiter behandelt wird.
Die Stadt hatte ihren eigenen Antrag zunächst geheim gehalten, was für zusätzliche Verwirrung in der Debatte sorgte. Ein möglicher Zuschuss für das Museum ist auch deshalb umstritten, weil er Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen in der Stadt wecken könnte, die ebenfalls finanzielle Unterstützung benötigen.
Pleite des Vereins hätte schwerwiegende Folgen
Allerdings sprechen gewichtige Argumente für eine finanzielle Hilfe: Der Museumsfundus gehört der Stadt Malchin selbst. Im Falle einer Insolvenz des Vereins müsste die Kommune sich selbst um die wertvollen Exponate kümmern, was mit erheblich höheren Kosten verbunden wäre. Zudem war das Museum ein entscheidender Grund dafür, dass die Stadt das ehemalige Sparkassen-Gebäude am Markt erworben hat. Hier sollen die Ausstellungsstücke künftig einem breiteren Publikum präsentiert werden.
An einer Insolvenz des Museumsvereins kann der Stadt daher kaum gelegen sein. In Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek und der Touristinformation, die ebenfalls in das Sparkassengebäude umziehen sollen, erhofft sich der Museumsverein deutlich mehr Aufmerksamkeit für seine Ausstellungen und Veranstaltungen sowie einen spürbaren Anstieg der Besucherzahlen.
Fraktionschefs signalisieren Unterstützung
Wie jetzt bekannt wurde, hatten sich die Fraktionsvorsitzenden der Stadtvertretung bereits im Januar mit Bürgermeister Müller getroffen, um über den Antrag der AfD-Fraktion zu beraten. Die Runde sei sich dabei „einhellig“ einig gewesen, „dass aufgrund der besonderen Aufgaben des Museumsvereins bezüglich der Bewahrung der Stadtgeschichte und als wichtige Einrichtung der touristischen Infrastruktur eine zusätzliche, zeitlich befristete finanzielle Unterstützung gerechtfertigt ist.“ Eine endgültige Entscheidung steht jedoch nach wie vor aus und wird in den kommenden Sitzungen der politischen Gremien erwartet.
Museums-Chef Michael Gielow verweist auf die historische Bedeutung der Sammlung, die unter anderem zeigt, wie Malchin vor dem verheerenden Stadtbrand aussah. Die alten Aufnahmen und Exponate sind ein unverzichtbarer Teil des kulturellen Gedächtnisses der Stadt, dessen Erhalt nun zur Chefsache geworden ist.



