Vom Acker ins Herz der Stadt: „Rampe rockt“ feiert Jubiläum auf dem Schweriner Marktplatz
Deutschlands größtes inklusives Musikfestival macht einen bedeutenden Schritt: Zum zehnten Jubiläum verlässt „Rampe rockt“ seine gewohnte Festwiese und zieht am 19. Juni direkt auf den Schweriner Marktplatz. Dieser Ortswechsel ist mehr als nur eine neue Adresse – er ist ein starkes Signal dafür, dass Inklusion nicht am Stadtrand, sondern mitten im pulsierenden Stadtleben stattfinden soll.
Ein Festival mit Geschichte und Vision
Entstanden aus einer privaten Initiative von und für Menschen mit Behinderungen, hat sich „Rampe rockt“ seit 2017 zu einem Leuchtturmprojekt entwickelt. Hier wird Inklusion praktisch gelebt: Beim Zapfen am Bierwagen, im Sicherheitsdienst oder hinter der Bühne arbeiten Menschen mit und ohne Handicap Hand in Hand. Veranstaltet wird das Festival von der Caritas Schwerin und der Diakonie Westmecklenburg-Schwerin.
„Ich freue mich sehr darüber, dass wir ‚Rampe rockt‘ zum zehnten Jubiläum nach Schwerin holen“, sagt Stadtpräsident Sebastian Ehlers (CDU), der die Schirmherrschaft übernommen hat. „Dieses Festival passt gut in unsere offene Stadt, wo alle Menschen teilhaben können. Besser geht es nicht.“
Zusammenarbeit mit dem „musiKKlub“
Die Kooperation mit dem etablierten „musiKKlub“ ist dabei ein logischer Schritt. Beide Veranstaltungen teilen dieselbe Philosophie: Musik für alle, unabhängig von individuellen Voraussetzungen. „Menschen sollen teilhaben können, egal, wie sie drauf sind“, betont Mitinitiator Martin Neuhaus. Sein Mitstreiter Karsten Stotko ergänzt: „Miteinander ist schließlich die Philosophie des musiKKlubs. Und es ist eine interessante Musikauswahl zu erwarten.“
Vielfältiges Musikprogramm und praktische Inklusion
Das Bühnenprogramm verspricht eine besondere Mischung:
- Bands aus Werkstätten für Menschen mit Behinderungen
- Etablierte Acts wie die Schweriner Band „Ragnaröek“
- Ein Musikmix, bei dem nicht Herkunft oder Handicap, sondern allein die Musik im Mittelpunkt steht
„Wir sind von Anfang an auf offene Ohren gestoßen und bekommen bei dieser Herausforderung umfangreiche Hilfe von allen Seiten“, erklärt Olaf Tünnemann von der Diakonie. „Der Schritt in die Innenstadt sei groß, aber genau richtig.“
Komplett spendenfinanziert und eintrittsfrei
Das Jubiläumsfestival wird vollständig über Spenden finanziert, der Eintritt bleibt frei. Diese Entscheidung unterstreicht den inklusiven Charakter des Events – wirklich jeder soll die Möglichkeit haben, teilzunehmen. Unterstützung kommt unter anderem vom Lionsclub Fürst Niklot, der bereits Spenden sammelt.
Die Festivalmacher Martin Gagzow, Martin Neuhaus, David Kramer, Sebastian Ehlers, Karsten Stotko, Olaf Tünnemann und Egbert Hesse haben mit diesem Ortswechsel neue Maßstäbe gesetzt. Aus der vertrauten Festwiesen-Atmosphäre mit lauten Gitarren und staubigen Schuhen wird nun ein urbanes Festivalerlebnis, bei dem Pflastersteine statt Sand knirschen und Inklusion zum selbstverständlichen Teil des Stadtlebens wird.



