A14-Baufortschritte bei Wittenberge: Teilstück bis August befahrbar
Der Ausbau der Autobahn A14 zwischen Seehausen in Sachsen-Anhalt und Wittenberge in Brandenburg nimmt konkrete Formen an. Laut Ralf-Peter Regner, Baubevollmächtigter der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges), soll die Fahrbahn in Richtung Schwerin zwischen beiden Anschlussstellen bereits Ende August einspurig für den Autoverkehr freigegeben werden. Dies gab er bei einem aktuellen Ortstermin mit Journalisten bekannt.
Elbbrücke und Auffahrt im Fokus
Auf der neuen, über einen Kilometer langen Elbbrücke bei Wittenberge laufen derzeit intensive Arbeiten. Die Deges montiert Multifunktionswände, führt Abdichtungsarbeiten durch und betoniert die Kappen auf der Strombrücke. Zusätzlich wurden bereits die Fahrbahnübergangskonstruktionen an den nördlichen und südlichen Enden der Brücke eingebaut. Parallel entsteht an einem neuen Kreisverkehr auf der B189 an der Kreuzung zur B195 die künftige Autobahnauffahrt Wittenberge.
Im weiteren Streckenverlauf sind aktuell Erdbauarbeiten im Gange, um vorhandene Lücken im Fahrbahndamm zu schließen. Darüber hinaus müssen noch Oberbau- und Asphaltarbeiten an der Fahrbahn durchgeführt sowie Wände für Lärmschutz, Irritation und Kollision hergestellt werden. Bevor die ersten Autos rollen können, sind außerdem Markierungsarbeiten, die Aufstellung von Verkehrsschildern und die Installation von Fahrzeugrückhaltesystemen erforderlich.
Winterverzögerungen ausgeblieben
Laut Lutz Günther, Pressesprecher der Deges, laufen die Arbeiten im gesamten Abschnitt trotz des schneereichen Winters wieder mit hoher Intensität. „Nachdem im Januar und Februar aufgrund der Witterungsverhältnisse nur eingeschränkt gearbeitet werden konnte, sind wir jetzt wieder voll im Zeitplan“, erklärte Günther. Ralf-Peter Regner bestätigte, dass der Winter keine Verzögerungen verursacht habe.
Entlastung für Anwohner der Altmark
Für die Bewohner der nördlichen Altmark, insbesondere in Orten wie Geestgottberg, Wahrenberg oder Beuster, gibt es eine positive Nachricht. Das Infrastrukturministerium Sachsen-Anhalt teilte mit, dass im Zuge des geplanten Ersatzneubaus der alten Elbbrücke entlang der B189 nördlich von Geestgottberg eine temporäre Behelfszu- und -abfahrt eingerichtet wird. Diese Lösung verhindert größere Umwege, die andernfalls bis zur Auffahrt Seehausen-Nord erforderlich gewesen wären.
Während der Übergangszeit wird der etwa elf Kilometer lange Abschnitt Seehausen-Wittenberge nicht als Autobahn ausgewiesen, sondern vorübergehend als Bundesstraße weitergeführt. Die endgültige Fertigstellung dieses Autobahnabschnitts ist laut Baubevollmächtigten Regner bis Ende 2027 geplant.
Karstädt-Abschnitt erst ab 2032 in Sicht
Während der Abschnitt bis Wittenberge Fortschritte macht, müssen sich alle, die auf die Verlängerung der A14 von Wittenberge bis Karstädt hoffen, noch lange gedulden. Laut einer aktuellen Ausschreibung der Deges ist die Verkehrsfreigabe für diesen Bauabschnitt erst für Ende 2032 vorgesehen.
Die lange Wartezeit von über sechs Jahren ist unter anderem auf notwendige Brückenbauarbeiten zurückzuführen. Für einen Grünbrückenzug und einen Faunabrückenzug über die Bahnstrecke Hamburg-Berlin sind umfangreiche Arbeiten erforderlich, die nur bei vollständiger Sperrung der Strecke durchgeführt werden können. „Uns ist bekannt, dass für diesen Hochleistungskorridor der DB InfraGO AG nach dem Abschluss der laufenden Generalsanierung ein Bauverbot von fünf Jahren gilt“, erläuterte Günther.
Die Generalsanierung der Bahnstrecke, ursprünglich für April 2026 geplant, wurde kürzlich bis Mitte Mai verlängert. Weitere Beantragungen für Sperrpausen können daher erst ab Mitte 2031 mit einer Genehmigung rechnen. Dieser Zusammenhang zwischen Bahnsperrung und Brückenbau sei bei der Terminfindung zwingend zu berücksichtigen. Günther betonte jedoch, dass die in der Ausschreibung genannten Termine vorsorglich weit gefasst seien und eine frühere Umsetzung angestrebt werde.
Weitere Arbeiten in Wittenberge
Parallel zu den Autobahnarbeiten laufen in Wittenberge bereits zahlreiche Maßnahmen an der B189. Neben der Fertigstellung der Autobahnauffahrt entsteht ein weiterer Kreisverkehr auf der Höhe Krähenstückenweg mit einer Anbindung an das Gewerbegebiet Nord. Diese Infrastrukturprojekte sollen die regionale Verkehrsanbindung langfristig verbessern und die wirtschaftliche Entwicklung fördern.



