Dauerblitzer an A24-Baustelle verändert Fahrverhalten nachhaltig
Seit vielen Monaten ist der einzige Blitzeranhänger der Polizei Mecklenburg-Vorpommern im Dauereinsatz an der Wöbbeliner Brücke auf der A24. Die regelmäßigen Auswertungen der Messergebnisse zeigen deutlich: Die kontinuierliche Überwachung wirkt sich positiv auf das Fahrverhalten aus und erhöht die Sicherheit in der Baustelle.
Spürbare Geschwindigkeitsreduzierung durch permanente Kontrolle
Polizeihauptkommissar Thomas Voll, Leiter der „Besonderen Verkehrsüberwachung“ bei der Autobahnpolizei Stolpe, kann die Erfolge konkret belegen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit in der Baustelle ist zuverlässig auf 54 Kilometer pro Stunde gesunken, obwohl hier 60 km/h erlaubt sind. Bereits vor der Einrichtung der Baustelle waren an gleicher Stelle über Monate Messungen durchgeführt worden, als noch 80 km/h galten. Auch damals sank die Durchschnittsgeschwindigkeit bereits auf 75 km/h.
„Die Ergebnisse sprechen für sich“, betont Thomas Voll. „Wir werden diese Einsätze fortsetzen. Das bestätigen auch die Bauarbeiter vor Ort, die sehr froh sind über unsere regelmäßigen Messungen. Auch wir als Polizei beobachten deutlich, dass langsamer gefahren wird. Dies dient einerseits der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, andererseits schonen wir damit die kaputte Brücke, die eines Tages ersetzt werden soll.“ Derzeit wird an der Brücke lediglich eine Behelfsbrücke errichtet.
Wöchentlicher Akkuwechsel: Schwere körperliche Arbeit für Polizeibeamte
Einmal pro Woche steht ein anstrengender Arbeitseinsatz an: Der Akkuwechsel im Blitzeranhänger. Polizeihauptmeisterin Anja Köpke und Polizeihauptkommissar Thomas Voll müssen dabei acht schwere Akku-Blocks austauschen, von denen jeder mehr als 20 Kilogramm wiegt. Die Akkus würden theoretisch noch einige Tage länger durchhalten, doch die Beamten nutzen den wöchentlichen Wechsel auch, um das technische Gerät zu überprüfen und nach dem Rechten zu sehen.
Bei dieser Gelegenheit werden zudem die gesammelten Daten gesichert und später ausgewertet. Im Durchschnitt, so berichten die Polizisten der Autobahnpolizei, werden derzeit etwa 600 Geschwindigkeitsverstöße pro Woche registriert. Angesichts von 60.000 Durchfahrten im gleichen Zeitraum ist dieser Wert nicht besonders hoch, doch der präventive Effekt ist unbestritten. An Baustellen ohne permanente Überwachung würde deutlich schneller gefahren.
Auslösung ab 69 km/h und weitere Messstellen auf der A24
Der Blitzer löst ab einer Geschwindigkeit von 69 km/h aus. Die Zahl der extremen Überschreitungen hat in den vergangenen Monaten an dieser Stelle deutlich abgenommen. Die aktuellen Spitzenwerte liegen bei 105 oder 110 Kilometer pro Stunde, wobei ein Einzelfall mit 127 km/h registriert wurde. Dies liegt nicht allein am Blitzer, sondern auch an der speziellen Bauweise der Baustelle, die an dieser Stelle verschwenkt wird und ein rasantes Durchfahren technisch erschwert.
Der Dauerblitzer in der Nähe der Anschlussstelle Wöbbelin ist nicht die einzige Messaktion der Polizei auf der Autobahn 24. Weitere Einsätze finden kurz vor der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein statt, wo aufgrund von Straßenschäden lediglich 100 km/h als Höchstgeschwindigkeit erlaubt sind. In diesem Bereich, so berichten die Beamten, seien die Überschreitungen wesentlich höher. Etwa ein Drittel der erfassten Fahrer liege dort im Bußgeldbereich oder darüber. An der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein kommt jedoch nicht der Blitzeranhänger zum Einsatz, sondern bewährte Lichtschrankentechnik einer anderen Anlage, allerdings ohne Dauereinsatz.
Zukunftspläne: Blitzer soll bald in beide Richtungen messen
Für die Zukunft ist geplant, den Blitzeranhänger an der Wöbbeliner Brücke nicht nur in eine Fahrtrichtung, sondern auch in Richtung Berlin einsetzen zu können. Entsprechende bauliche Veränderungen werden in den kommenden Monaten erwartet und sollen die Verkehrssicherheit weiter erhöhen. Die Autofahrer auf der A24 haben sich mittlerweile auf den Dauerblitzer eingestellt, und die positiven Effekte auf das Fahrverhalten bestätigen den anhaltenden Einsatz der Polizei.



