Ampel-Aufstand am Mittleren Ring: Warum Münchner sich hier bedroht fühlen
Auf dem Mittleren Ring in München hetzt eine Ampel Menschen mit Behinderung über die Straße – die Gefahr sieht auch der Bezirksausschuss. Verbessert habe sich seitdem trotzdem nichts, sagen die Betroffenen. Sophia Willibald berichtet.
Melanie Bergzoll (39) demonstriert gemeinsam mit anderen an der Chiemgaustraße für eine längere Grünphase. Menschen im Rollstuhl oder mit Sehbehinderung hätten Schwierigkeiten, die Straße während der besonders kurzen Ampelschaltung zu überqueren, sagt sie.
Die Situation am Mittleren Ring ist seit Langem bekannt. Die Grünphase für Fußgänger ist so kurz bemessen, dass selbst Menschen ohne Einschränkungen oft nur knapp die andere Seite erreichen. Für Rollstuhlfahrer oder sehbehinderte Personen wird die Überquerung zur gefährlichen Herausforderung. Der Bezirksausschuss hat die Gefahr erkannt und fordert eine Anpassung der Ampelschaltung, doch bislang geschah nichts.
Die Proteste zeigen: Die Betroffenen sind frustriert. Sie fühlen sich von der Stadtverwaltung im Stich gelassen. Eine längere Grünphase würde nicht nur die Sicherheit erhöhen, sondern auch die Lebensqualität im Stadtteil verbessern. Die Demonstration an der Chiemgaustraße ist ein Zeichen des Protests gegen die Vernachlässigung der Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung im Münchner Straßenverkehr.
Die Forderung ist klar: Die Ampel muss umgestellt werden, bevor es zu einem Unfall kommt. Der Mittlere Ring ist eine vielbefahrene Straße, und jede Sekunde zählt. Die Stadt München ist gefordert, hier endlich zu handeln.



