Wer Ruhe, Abgeschiedenheit und Zerstreuung sucht, ist in Mecklenburg-Vorpommern, dem Land der tausend Seen, genau richtig. Doch viele Reisende haben bestimmte Vorstellungen von diesem Bundesland, die nicht immer der Realität entsprechen. Wir haben fünf gängige Klischees unter die Lupe genommen und verraten, was wirklich stimmt.
1. Wir können alles, sogar Hochdeutsch – der Dialekt in MV
Urlaub im tiefsten Schwabenländle, in Hessen oder im schönen Bayern ist wunderbar – wenn man ein gewisses Interesse an „Fremdsprachen“ hat. Ansonsten kann es mitunter schwierig werden, den örtlichen Dialekt zu verstehen. Auch in Mecklenburg-Vorpommern gibt es Plattdeutsch, doch das sprechen vor allem die Älteren untereinander. Ansonsten wird hier im Norden ziemlich lupenreines Alltags-Hochdeutsch gesprochen. Das kann ein unschätzbarer Vorteil sein, wenn man nach dem Weg fragt oder sich mit den Einheimischen über Land und Leute unterhalten möchte.
2. Bevölkerungsdichte und Ruhe: Über allen Wipfeln von MV ist Ruh
In Mecklenburg-Vorpommern leben durchschnittlich 69 Einwohner je Quadratkilometer – in Rostock etwas mehr, in manchen Regionen der Seenplatte wesentlich weniger. Zum Vergleich: Der deutschlandweite Durchschnitt liegt bei 230 Einwohnern je Quadratkilometer, und im Ruhrgebiet drängeln sich sogar knapp 2100 Menschen auf der gleichen Fläche. Was bedeutet das für Besucher? Himmlische Ruhe! Abgesehen von ein paar Kranichen, Rehen, Seeadlern und Rotmilanen kann es stundenlang dauern, bis man einem Menschen begegnet. In einer lärmenden, stressigen Alltagswelt ist das unbezahlbar.
3. Flachland? Von wegen! MV ist atemlos schön – auch am Tag
Ja, theoretisch spricht man bei Mecklenburg-Vorpommern von Flachland. Praktisch jedoch haben die Gletscher der letzten Eiszeit mit Grundmoränen, Sandern, Osern und Endmoränen eine überaus liebliche wie hügelige Landschaft geschaffen. Wer Nordfriesland mit MV vergleicht, vergleicht Äpfel mit Birnen. Für Radler bedeutet dies eine beispiellos vielfältige Landschaft, die es zu erfahren gilt. Zudem wird es für die Waden nie langweilig: Wo es bergab ging, geht es kurze Zeit später wieder hügelauf. Auch sportlich ambitionierte Radfahrer kommen hier voll auf ihre Kosten, ohne Tour-de-France-fit sein zu müssen.
4. Allein auf dem Gipfel: Der Helpterberg zeigt, dass MV mehr kann als Meer
Den höchsten Berg der Welt wollen alle erobern – am Mount Everest steht man Schlange. Dort oben gewesen zu sein, ist mittlerweile so ungewöhnlich wie ein Transatlantikflug. Massenabfertigung. Das passiert Ihnen beim höchsten „Berg“ in MV garantiert nicht. Der Helpterberg – stolze 179 Meter hoch – lässt sich ganz ohne Höhentraining, Sauerstoffmaske, Sherpa und Lawinengefahr bezwingen. Wahlweise zu Fuß, mit dem Mountain- oder Trekkingbike. Oben angekommen, ist man meist allein mit sich und seinem Erfolg. Ein Selfie mit Gipfelkreuz und ein Eintrag ins Gipfelbuch runden das Erlebnis ab – fast wie Reinhold Messner.
5. Heute ein König: MV und seine 1000 Schlösser
Nirgendwo in Deutschland gibt es so viele Schlösser und Herrenhäuser wie in Mecklenburg-Vorpommern. Mehr als 2000 sind es heute noch. Wer nicht gerade eines erwerben möchte – etliche stehen zum Verkauf – kann sich vielerorts auch als Schlossherr auf Zeit fühlen. Denn viele der prachtvollen Anwesen wurden in den letzten Jahren mit viel Aufwand saniert und laden mit ihrem mondänen Charme zum Verweilen ein. Ob klein und verträumt oder riesig und luxuriös – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Eine einzigartige Zeitreise in einem einzigartigen Land.



