Kleines Dorf mit großen Plänen: Junge Feuerwehrleute aus Utecht, südlich von Lübeck, wollen in wenigen Wochen zu ihrem bislang wohl größten Abenteuer aufbrechen. Ihr Ziel ist Finnland, wo in rund 60 Tagen das internationale Jugendfeuerwehrlager Häly beginnt. Rund 3000 Teilnehmer aus mehreren Ländern werden dazu in Masku im Südwesten des Landes erwartet, wo für die Jugendlichen eigens eine Zeltstadt entstehen wird.
Internationales Camp: Training, Sicherheit, Gemeinschaft
Eine Woche lang können sie dort trainieren, um ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln und für reale Einsätze zu üben. Sicherheit, Gemeinschaftssinn und unvergessliche Erlebnisse bilden nach Angaben der Organisatoren die Eckpfeiler des International Youth Firefighters’ Camp Häly 2026. Dafür werden rund 1000 Freiwillige und zahlreiche Partner im Einsatz sein.
Die Vorfreude bei der Jugendfeuerwehr aus Utecht ist groß. „Als es vor vier Jahren schon einmal solch ein Camp gab, waren unsere jungen Brandschützer noch zu klein. Jetzt sind sie zwischen 12 und 14 Jahre alt und haben richtig Bock auf dieses Jugendfeuerwehrlager in Finnland“, sagt Marie Winkler von der Utechter Jugendfeuerwehr.
Spenden-Dinner und Dorfflohmarkt füllen die Reisekasse
Um das Abenteuer Finnland auch finanziell stemmen zu können, haben sich die jungen Brandschützer bereits einiges einfallen lassen. So luden sie zu einem Wohltätigkeits-Dinner mit einem gelernten Koch und Feuerwehrmann ein, der ein Drei-Gänge-Menü kreierte und die Jugendlichen unterstützte.
Außerdem beteiligten sie sich Anfang Mai am 1. Utechter Dorfflohmarkt und boten hunderte Sachen an, um ihre Reisekasse aufbessern zu können. Viele der angebotenen Artikel stellten Eltern extra dafür bereit.
Im Jugendfeuerwehrlager bei Masku werden die jungen Utechter Feuerwehrleute vormittags Unterricht haben, um Praktisches und Theoretisches zum Thema Brandbekämpfung zu lernen. Am Nachmittag haben sie dann Freizeit.
„Nicht nur für die Jugendlichen wird es ein wohl unvergessliches Erlebnis, sondern auch für das Betreuerteam. Denn wir haben so etwas auch noch nicht mitgemacht, brennen als Ausbilder aber ebenfalls für die Feuerwehr“, sagt Marie Winkler.
1400 Kilometer bis nach Masku: Reise per Fähre und Auto
Von Travemünde aus werden die zwölf Jugendlichen und vier Erwachsenen mit der Fähre nach Finnland reisen. Danach geht es mit zwei Fahrzeugen weiter Richtung Masku. Die Mecklenburger legen – inklusive Fährfahrt – eine Strecke von insgesamt mehr als 1400 Kilometer zurück, um ihr Ziel zu erreichen.
Dass die Jugendlichen an dem internationalen Feuerwehrlager im Juli 2026 teilnehmen, freut auch Utechts Wehrführer Stefan Winkler. „Sie werden andere Leute und ein neues Land kennenlernen, in Kontakt zu anderen Kulturen kommen und neue Freundschaften schließen können. Von solch einem Erlebnis werden sie lange zehren.“
Wer die Brandschützer von morgen für das bevorstehende Abenteuer Finnland unterstützen möchte, kann sich übrigens gerne bei der Freiwilligen Feuerwehr Utecht melden.



