Autokosten: Deutsche unterschätzen monatliche Ausgaben massiv
Die tatsächlichen Kosten für ein Auto werden von deutschen Fahrern häufig um etwa die Hälfte unterschätzt. Während viele von monatlichen Ausgaben um die 200 Euro ausgehen, liegen die realen Kosten im Schnitt bei über 400 Euro pro Monat. Diese Diskrepanz offenbart eine gravierende Fehleinschätzung in der Bevölkerung.
Verhaltensökonom erklärt die Denkfehler
Im Interview mit Anika Freier erläutert der Verhaltensökonom Mark Andor die psychologischen Mechanismen hinter dieser Fehleinschätzung. „Menschen neigen dazu, nur die sichtbaren Kosten wie Sprit und Versicherung zu berücksichtigen“, so Andor. Versteckte Ausgaben wie Wertverlust, Reparaturen, Steuern und Wartung würden systematisch ausgeblendet.
Laut Andor spielen mehrere kognitive Verzerrungen eine Rolle:
- Ankerheuristik: Fahrer orientieren sich an niedrigen Basiswerten wie dem Neupreis, ohne Folgekosten einzukalkulieren.
- Verfügbarkeitsheuristik: Regelmäßige Ausgaben wie Tanken werden stärker wahrgenommen als seltene, aber hohe Kosten wie größere Reparaturen.
- Optimismusverzerrung: Viele gehen davon aus, dass ihr Auto weniger Probleme verursacht als der Durchschnitt.
Folgen für die persönliche Finanzplanung
Diese Fehleinschätzung hat konkrete Auswirkungen auf die Haushaltsplanung vieler Deutscher. Andor betont: „Wer die wahren Kosten nicht kennt, trifft möglicherweise falsche Entscheidungen bei der Mobilität oder anderen finanziellen Verpflichtungen.“ Die Differenz von rund 200 Euro im Monat summiert sich über die Jahre zu beträchtlichen Summen, die für andere Zwecke fehlen.
Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit einer umfassenden Aufklärung über die Gesamtkosten des Autobesitzes. Experten raten dazu, alle Positionen in einer detaillierten Kostenrechnung zu erfassen, um realistische Budgets zu erstellen.



