Bundesstraße 192 bei Waren: Sechswöchige Vollsperrung und ungeklärte Tempo-Beschränkungen
Pendler und Reisende auf der Bundesstraße 192 zwischen Waren (Müritz) und Neubrandenburg müssen sich erneut auf massive Einschränkungen einstellen. Im Frühjahr beginnt eine mehrwöchige Vollsperrung des Abschnitts vom Ortsausgang Waren bis nach Neu Schloen, um die Fahrbahn komplett zu erneuern. Die Bauarbeiten sind für April und Mai geplant und sollen etwa sechs Wochen andauern.
Umleitungen und Kosten der Baumaßnahme
Das Straßenbauamt Neustrelitz hat die Maßnahme mit einem Volumen von 1,3 Millionen Euro in sein Bauprogramm aufgenommen. Die B192 erhält eine neue Asphaltdeckschicht und Asphaltbinderschicht. Während der Bauzeit wird der Verkehr teils unter Vollsperrung, teils unter halbseitiger Führung umgeleitet. Die genauen Starttermine und Umleitungsrouten stehen jedoch noch nicht fest, wie Michael Friedrich, Pressesprecher des Landesamts für Straßenbau und Verkehr in Rostock, mitteilt. Die Planungen befinden sich in der finalen Phase, eine öffentliche Bekanntgabe folgt, sobald alle Details geklärt sind.
Wiederholte Belastungen durch Straßenbau
Bereits in den Vorjahren sorgten Sanierungsarbeiten auf der B192 für erhebliche Behinderungen. 2025 wurde zwischen Penzlin und Neubrandenburg gebaut, 2024 stand der Abschnitt zwischen Möllenhagen und Penzlin im Fokus. Die Umleitungen führten damals zu einer Verlagerung des Verkehrs auf Nebenstrecken, was insbesondere in den Dörfern der Region für zusätzliche Belastungen sorgte.
Rätselhafte Tempo-70-Schilder auf frischer Fahrbahn
Parallel zur anstehenden Vollsperrung werfen neu aufgestellte Verkehrsschilder bei Möllenhagen Fragen auf. An mehreren Stellen weisen Schilder jetzt auf Tempo 70 bei Nässe hin – obwohl der Asphalt auf diesem Abschnitt erst vor zwei Jahren umfassend saniert wurde. Diese Entwicklung lässt Zweifel an der Haltbarkeit der damaligen Sanierung aufkommen.
Laut Pressesprecher Friedrich wurden die Beschränkungen eingeführt, weil Messungen ergaben, dass die Griffigkeit der Fahrbahn bei Nässe Defizite aufweist, sobald die Geschwindigkeit über 70 km/h liegt. „Um eine sichere Passage zu gewährleisten, sind die entsprechenden Schilder aufgestellt worden“, erklärt er.
Klärungsbedarf und mögliche Regressansprüche
Die Tatsache, dass auf einer erst kürzlich erneuerten Straße bereits nach zwei Jahren Qualitätseinbußen festgestellt werden müssen, zieht weiteren Untersuchungsbedarf nach sich. Das Landesamt überprüft regelmäßig den Straßenzustand und prüft laut Friedrich auch, ob Regressansprüche gegen die ausführenden Firmen geltend gemacht werden können. Diese Prüfung könnte Konsequenzen für künftige Bauprojekte in der Region haben.
Für die Anwohner und Verkehrsteilnehmer bedeutet die anstehende Vollsperrung erneut Geduld und Flexibilität. Die Kombination aus neuer Baustelle und den unerwarteten Tempolimits auf frisch sanierten Abschnitten unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen im Straßennetz der Mecklenburgischen Seenplatte.



