Bahn kündigt umfangreiche Bauarbeiten in Burg Stargard an
Bahn: Bauarbeiten in Burg Stargard ab 2028

Die Deutsche Bahn hat umfangreiche Bauarbeiten am Bahnhof Burg Stargard und dem umliegenden Bereich angekündigt. Die Arbeiten sollen voraussichtlich im Oktober 2028 beginnen und bis weit ins Jahr 2030 andauern. Betroffen sind der Bahnübergang an der Landesstraße 33 sowie das Umfeld des Bahnhofsgebäudes. Die Pläne wurden nun in einer Informationsveranstaltung in der örtlichen Schulmensa vorgestellt, an der rund 100 Anwohner teilnahmen.

Komplexes Projekt auf engem Raum

Thomas Rothenberg von der HVB Ingenieurgesellschaft bezeichnete das Vorhaben auf dem rund 2,2 Kilometer langen Teilstück der Berliner Nordbahn als „komplexes Projekt auf engstem innerstädtischem Raum“. Es stelle eine Herausforderung für alle Beteiligten dar – Anwohner, Zugreisende und Autofahrer. „Der Baukomplex verursacht Beeinträchtigungen sowie Einschränkungen im Zug- und Straßenverkehr“, kündigte er an.

Neuer Mittelbahnsteig und verlegter Überweg

Das Baufeld erstreckt sich vom Übergang Kurze Straße/Burgstraße über den Hermann-Löns-Weg, den Weinbergweg, die Bahnhofstraße, den Walkmüllerweg und die Tuchmacherstraße bis zum Bahnhof. Geplant ist ein neuer Mittelbahnsteig mit 175 Metern Länge, einem neuen Überweg für Fußgänger und Radfahrer, Wartehäuschen, Beleuchtung und Barrierefreiheit. Eine Weiche wird verschoben, 21 alte Maste werden ab- und 25 neue aufgebaut. „Ziel ist, den Bahnhofsbereich so zu beräumen, dass nichts mehr da ist, was jetzt da ist“, so Rothenberg. Toiletten, Parkplätze und Müllbehälter sind nicht vorgesehen. Das Bahnhofsgebäude selbst bleibt unberührt, wird aber vom Bahnsteig abgekoppelt. „Die Beziehung zwischen Bahnsteig und Gebäude wird aufgelöst. Der Überweg kommt nicht mehr am Bahnhofsgebäude an“, erklärte Rothenberg.

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Bahnübergang wird verbreitert

Das Straßenbauamt Neustrelitz nutzt die Gelegenheit für den Umbau des nahe gelegenen Bahnübergangs. Projektleiter Mike Scharries kündigte eine deutliche Vergrößerung des Bereichs an. Vorgesehen sind ein 2,50 Meter breiter Geh- und Radweg, eine Trenninsel, ein 3,50 Meter breiter Fahrstreifen, ein 3 Meter breiter Streifen für Linksabbieger, ein 4,20 Meter breiter Fahrstreifen, eine weitere Trenninsel sowie ein Rad- und Gehweg. „Alles erhöht die Sicherheit und verbessert den Verkehrsfluss und zeichnet sich durch Langlebigkeit aus. Da müssen wir dann die nächsten Jahrzehnte nichts mehr machen“, so Scharries.

Einschränkungen und Lärmschutz

Um die Beeinträchtigungen gering zu halten, werden Schienenersatzbusse eingesetzt. Der Straßenverkehr wird auf eine Ersatzstraße verlegt, zeitweise auch großräumig umgeleitet. Eine vierwöchige Vollsperrung der Landesstraße 33 ist im vierten Quartal 2029 geplant. Wie lange das Straßenbauamt den Durchgangsverkehr kappen muss, ist noch unklar. Christin Balz vom Betroffenenmanagement der Bahn versicherte: „Wir setzen alles daran, die Störungen so gering wie möglich zu halten.“ Dennoch seien Sperrungen unumgänglich. Lärmbelästigungen werden besonders bei Abrissarbeiten auftreten. „Wir werden Leitungsmasten rammen und viele andere Dinge tun“, räumte Rothenberg ein. Gearbeitet wird voraussichtlich nur an Wochentagen, nicht nachts oder an Wochenenden. Mit erhöhtem Lkw-Aufkommen ist zu rechnen, der Großteil des Ver- und Entsorgungsverkehrs soll jedoch auf die Schiene verlegt werden.

Genehmigung noch ausstehend

Das Projekt befindet sich noch in der Entwurfsplanung, die voraussichtlich im Mai 2026 abgeschlossen und dem Eisenbahn-Bundesamt zur Genehmigung vorgelegt wird. Die Anwohner reagierten gelassen, Fragen betrafen vor allem Toiletten, Lärm, das Bahnhofsgebäude und Parkplätze. Letztere werden nicht extra angelegt, aber es wird weiterhin ausreichend Freifläche am Bahnhof geben, versicherte Bahn-Projektleiter Mario Dambrowsky. Christin Balz betonte die Bedeutung einer „transparenten und unkomplizierten Kommunikation“. Vor Ort wird es regelmäßige Kontakte geben. Informationen sind auf dem Bauinfoportal der DB Infra unter www.bauprojekte.deutschebahn.com abrufbar. Fragen können per E-Mail an [email protected] gesendet werden.

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