Deutsche Bahn plant Neubaustrecke Hamburg-Hannover: Eröffnung frühestens 2045 geplant
Bahn plant Neubaustrecke Hamburg-Hannover ab 2045

Deutsche Bahn drängt auf Neubaustrecke zwischen Hamburg und Hannover

Die Deutsche Bahn hat im Bundestag für den Bau einer neuen Bahnstrecke zwischen Hamburg und Hannover geworben. Das 109 Kilometer lange Projekt soll durchgehend zwei zusätzliche Gleise umfassen und könnte frühestens im Jahr 2045, wahrscheinlicher jedoch um 2050 eröffnet werden. Dies teilte Bahn-Projektleiter Matthias Hudaff bei einer Expertenanhörung im Verkehrsausschuss mit.

Überlastete Strecke erfordert dringend Kapazitätsausbau

Seit 2012 gelten Abschnitte der bestehenden Strecke rund um Lüneburg offiziell als überlastet. Die Engpässe führen zu zahlreichen Verspätungen, die sich auch auf den ICE-Fernverkehr in anderen Regionen auswirken. Niedersachsen kann nicht so viele Regionalbahnen einsetzen, wie für den starken Pendlerverkehr nötig wären. Auch für Güterzüge von und zum Hamburger Hafen stehen nicht genügend freie Gleiskapazitäten zur Verfügung.

„Die geplante Generalsanierung der bestehenden Strecke ist nur ein bisschen schmerzlindernd, aber sie kuriert nicht die Krankheit“, erklärte Hudaff. Nach einer fünfeinhalbmonatigen Vollsperrung im Jahr 2029 könnten dort zwar 200 Züge täglich fahren, der tatsächliche Bedarf liege jedoch bei 400.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Widerstand aus Niedersachsen und alternative Pläne

In Teilen Niedersachsens hat sich jedoch Widerstand gegen den Neubau formiert, der entlang der Autobahn A7 durch die Lüneburger Heide führen würde. Die rot-grüne Landesregierung setzt sich stattdessen für einen Ausbau der bestehenden Strecke über Lüneburg und Uelzen ein.

Jens Grote, parteiloser Landrat des Heidekreises, forderte: „Wir brauchen jetzt Lösungen.“ Peter Dörsam, grüner Bürgermeister von Tostedt, zweifelte als Vertreter der Neubaugegner das errechnete positive Nutzen-Kosten-Verhältnis des Großprojekts an. Thomas Siefer von der Technischen Universität Braunschweig bezeichnete die Pläne als „extrem teuer“.

Unterstützung von Seehäfen und Nachbarländern

Eindeutig für die Neubaustrecke äußerten sich dagegen Vertreter der Seehafenbetriebe, des ökologischen Verkehrsclubs VCD, des Fahrgastverbands Pro Bahn und Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch von den Grünen. In der vergangenen Woche hatten zudem die Verkehrsminister und -senatoren von sechs Nachbarländern Niedersachsens – Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein – in einem Brief auf die Neubaustrecke gedrängt.

Das Eisenbahn-Bundesamt empfahl den Bundestagsabgeordneten, der Neubauvariante als Grundlage für weitere Planungen zuzustimmen. Wann der Bundestag eine Entscheidung trifft, steht bisher nicht fest.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration