Bahn-Sanierung Hamburg-Berlin: Verzögerung und Kritik
Für Fahrgäste der Deutschen Bahn auf der Strecke zwischen Berlin und Hamburg bleibt die Situation weiterhin ungewiss. Die ursprünglich für Ende April geplante Fertigstellung der Generalsanierung wurde aufgrund des harten Winters auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Bahn kündigte an, am 13. März einen neuen Zeitplan vorzulegen.
Winter behindert Bauarbeiten erheblich
Seit sechs Wochen liegen die Arbeiten laut Bahn-Angaben im Verzug. Frost und Schnee haben insbesondere die Kabeltiefbauarbeiten für die Signal- und Stellwerksanlagen nahezu unmöglich gemacht. Auch Arbeiten an den Oberleitungen gestalten sich aufgrund der anhaltenden Kälte schwierig.
„Gemeinsam mit unseren Baupartnern setzen wir in den nächsten Wochen alles daran, den Rückstand so gut wie möglich aufzuholen“, teilte die Bahn mit. Die Strecke ist seit Anfang August 2025 für die Sanierung gesperrt – ursprünglich war mit neun Monaten Bauzeit gerechnet worden.
Kritik von Kundenseite
Unterdessen formiert sich deutliche Kritik. Das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen, das Güterzug-Konkurrenten der Bahn vertritt, äußerte sich scharf: „Ein einziges Trauerspiel, das sich nicht mit Winter im Winter erklären lässt.“ Die Organisation fordert eine grundlegende Überprüfung der Planung von Streckensanierungen bei der Bahn.
Wichtige Pendlerstrecke mit erheblichen Einschränkungen
Die 280 Kilometer lange Strecke Hamburg-Berlin führt durch fünf Bundesländer und zählt zu den wichtigsten Pendlerstrecken Deutschlands. Täglich nutzen rund 30.000 Fahrgäste den Fernverkehr, insgesamt verkehren 470 Züge pro Tag. Aktuell gelten folgende Einschränkungen:
- Der Fernverkehr wird über Stendal und Uelzen umgeleitet, was zu mindestens 45 Minuten längeren Fahrzeiten führt.
- Statt zwei Verbindungen pro Stunde gibt es nur noch eine.
- Die Halte Ludwigslust und Wittenberge entfallen komplett.
- Im Regionalverkehr fallen viele Verbindungen aus oder Züge fahren nur auf Teilstrecken.
Für betroffene Pendler wurde ein umfangreiches Ersatzverkehrskonzept mit Bussen eingerichtet. Die Bahn betont, dass man trotz der Widrigkeiten weiter an einer zügigen Fertigstellung arbeite, um die Strecke bald wieder vollständig für den Verkehr freizugeben.



