Verkehrsminister kritisiert Bahn scharf: Sanierung der Strecke Hamburg-Berlin verzögert sich
Bahn-Sanierung Hamburg-Berlin verzögert - Minister kritisiert

Verkehrsminister übt scharfe Kritik an der Bahn

Die dringend benötigte Sanierung der zentralen Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin verzögert sich erneut - und niemand kann derzeit sagen, wie lange die Bauarbeiten noch andauern werden. Brandenburgs Verkehrsminister Detlef Tabbert reagierte mit völligem Unverständnis auf die neuerlichen Verzögerungen beim Abschluss der wichtigen Infrastrukturmaßnahme.

„Wir haben jedes Jahr Winter“

„Das ist ein herber Rückschlag für die Menschen in unserer Region, gerade wenn ich an die Pendler denke“, sagte der parteilose Minister am Vormittag in Potsdam. Tabbert zeigte sich besonders verärgert darüber, dass die Bahn die Verzögerungen nicht früher absehen konnte. „Es hat keinen Jahrhundertwinter mit zwei Metern Schnee gegeben“, betonte der Minister und fügte mit deutlicher Kritik hinzu: „Wir haben jedes Jahr Winter.“

Besonders unverständlich sei für den Verkehrsminister, dass die Deutsche Bahn nun bis Mitte März benötige, um überhaupt einen neuen Zeitplan vorzulegen. „Also so geht es bei allem Verständnis nicht“, sagte Tabbert deutlich. Die Bahn hatte am Montag mitgeteilt, dass sie aufgrund der Wetterbedingungen mit Forst und Schnee in den vergangenen Wochen den ursprünglichen Fertigstellungstermin Ende April nicht einhalten könne.

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Neuer Zeitplan erst Mitte März

Für die zahlreichen Fahrgäste auf der wichtigen Verbindung zwischen Berlin und Hamburg bedeutet dies weitere Wochen der Ungewissheit. Wann die aktuellen Umleitungen und Fahrzeitverlängerungen ein Ende haben werden, bleibt vorerst unklar. Die Bahn plant nun, am 13. März einen neuen Zeitplan für die Generalsanierung der Strecke vorzulegen.

Die 280 Kilometer lange Bahnstrecke, die durch fünf Bundesländer führt, ist seit Anfang August 2025 für die umfangreiche Sanierung gesperrt. Ursprünglich war mit einer Bauzeit von neun Monaten geplant worden. Die Strecke gehört zu den wichtigsten Pendlerverbindungen in Deutschland und wird täglich von rund 30.000 Fahrgästen im Fernverkehr genutzt. Insgesamt verkehren täglich etwa 470 Züge auf dieser bedeutenden Nord-Süd-Verbindung.

Kostenfrage und politische Reaktionen

Verkehrsminister Tabbert forderte zudem klare Konsequenzen für die Verzögerungen. Die Kosten für einen längeren Ersatzverkehr mit Bussen müsse nun allein die zuständige Bahn-Tochter DB InfraGo tragen, so seine Forderung. Bisher sei das Land Brandenburg an diesen Kosten beteiligt gewesen.

Die Länder Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wollen sich in dieser Woche mit einem gemeinsamen Brief an die Bahn wenden, um den Druck zu erhöhen. „Ich habe die Sorge, dass die Pendler durch die Verzögerung kalt erwischt werden“, erklärte Tabbert. Die Bahn müsse rasch eine klare Aussage treffen, wann die Strecke endlich fertiggestellt werde.

Die anhaltenden Verzögerungen stellen nicht nur ein logistisches Problem dar, sondern belasten auch tausende Pendler, die täglich auf die zuverlässige Verbindung zwischen den beiden Metropolen angewiesen sind. Die Bahn steht nun unter erheblichem Druck, sowohl einen realistischen neuen Zeitplan vorzulegen als auch die Kommunikation mit den betroffenen Fahrgästen zu verbessern.

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