Bahnchefin Palla verteidigt Generalsanierungen: Zehn-Jahres-Plan für marodes Netz
Bahnchefin: Generalsanierungen sind alternativlos

Bahnchefin Palla: Generalsanierungen sind unvermeidlich für marodes Netz

Die Deutsche Bahn benötigt nach Angaben von Vorstandschefin Evelyn Palla etwa zehn Jahre, um die überalterten und maroden Strecken des Schienennetzes grundlegend zu sanieren. In einem aktuellen Statement verteidigte sie das Konzept der sogenannten Generalsanierungen mit mehrmonatigen Vollsperrungen als alternativlos. "Viele Jahre lang wurde zu wenig in das Schienennetz investiert", erklärte Palla. "Deshalb können wir jetzt nicht anders, als ganze Korridore am Stück zu sanieren, wenn wir in großen Schritten vorankommen wollen."

Kritik an Verzögerungen und Winterproblemen

Aktuell läuft die Sanierung der Strecke zwischen Hamburg und Berlin, die ursprünglich bis Ende April abgeschlossen sein sollte. Aufgrund wochenlanger Kälte mit tief gefrorenem Boden kamen die Arbeiten jedoch ins Stocken. Die Bahn kündigte an, dass sich die Inbetriebnahme verzögert, und will am 13. März einen neuen Termin bekanntgeben. "Es wird sich nicht um Monate handeln, wir sprechen hier von Wochen", betonte Palla. Sie verwies darauf, dass man abwarten wolle, um sicherzustellen, dass kein weiterer Wintereinbruch die Pläne durchkreuzt.

Mehr als 40 Sanierungen bis 2036 geplant

Bund und Bahn haben das ambitionierte Ziel, bis zum Jahr 2036 mehr als 40 vielbefahrene und überalterte Strecken grundlegend zu sanieren. Dies soll das Netz nach und nach ertüchtigen und Verspätungen reduzieren. Die Maßnahmen umfassen in der Regel monatelange Vollsperrungen, die erhebliche Einschränkungen für Reisende, Pendler und Verkehrsunternehmen mit sich bringen. "Wir bauen ja nicht gebündelt in der Korridorsanierung, weil wir irgendjemanden ärgern wollen", erläuterte Palla. "Sondern weil das mittlerweile einfach alternativlos ist."

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Kritische Stimmen und politische Bewertung

Die Verzögerungen haben Kritik am Sanierungskonzept wieder aufflammen lassen. Wettbewerber im Güterverkehr monieren, dass Umleitungen zu lang, schlecht vorbereitet, überlastet und marode seien. Auch die neue Bundesregierung hatte das Programm kritisch bewertet und eine Verlängerung der Sanierungsfrist veranlasst. Ursprünglich sollten die Strecken bis 2030 saniert werden, nun wurde der Zeitrahmen auf 2036 ausgedehnt. Palla plädiert dafür, nicht alles schlechtzureden, bevor die Arbeiten richtig begonnen haben. Nach den ersten zwei bis vier Korridorsanierungen werde man ein Resümee ziehen können, was gut und was weniger gut funktioniert hat.

Die Bahnchefin betonte, dass die Alternative zu den Generalsanierungen darin bestünde, über einen langen Zeitraum immer wieder neue Voll- und Teilsperrungen an denselben Streckenabschnitten zu haben – ein Ansatz, der in der Vergangenheit häufig kritisiert wurde. Mit dem aktuellen Plan hofft die Bahn, langfristig die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit des Schienenverkehrs in Deutschland zu verbessern.

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