Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin: Neuer Zeitplan nach Frostverzögerungen
Die Deutsche Bahn hat einen aktualisierten Zeitplan für die umfassende Generalsanierung der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin bekannt gegeben. Nach erheblichen Verzögerungen aufgrund wochenlangen Frosts im Januar und Februar soll die Strecke nun am 14. Juni 2026 wieder vollständig in Betrieb genommen werden. Ursprünglich war die Wiedereröffnung für den 1. Mai geplant, sodass sich die Sperrung um etwa sechs Wochen verlängert.
Stufenweise Wiederinbetriebnahme ab Mai
In einer ersten Phase wird der nördliche Abschnitt von Hamburg bis Hagenow Land in Mecklenburg-Vorpommern bereits ab dem 15. Mai wieder für den Zugverkehr freigegeben. Dies betrifft insbesondere Regionalzüge auf den Strecken Hamburg-Schwerin und weiter nach Rostock, die dann wieder nach gewohntem Fahrplan verkehren. Allerdings bleiben auf anderen Abschnitten, vor allem in Brandenburg, die Einschränkungen im Regionalverkehr sowie der Ersatzverkehr mit Bussen bis zum 13. Juni bestehen.
Der Fernverkehr zwischen Hamburg und Berlin wird während dieser Zeit weiterhin über Uelzen und Stendal umgeleitet, was zu einer um etwa 45 Minuten längeren Fahrzeit führt. Erst ab dem 14. Juni sollen alle Fernzüge wieder im planmäßigen Halbstundentakt und alle Regionalzüge auf ihren üblichen Linien fahren. Der Ersatzverkehr mit Bussen wird dann vollständig eingestellt.
Ursachen der Verzögerungen und aktuelle Herausforderungen
Die Verzögerungen sind hauptsächlich auf den anhaltenden Frost im Winter zurückzuführen, der es unmöglich machte, Kabelschächte für die Leit- und Sicherungstechnik auszuheben und Arbeiten an den Oberleitungen durchzuführen. Diese Witterungsprobleme haben den Zeitplan erheblich beeinträchtigt und zu Kritik von Landesregierungen geführt, insbesondere wegen der Ungewissheit für die täglich rund 30.000 Fahrgäste im Fernverkehr und insgesamt 470 Züge pro Tag auf dieser wichtigen Pendlerstrecke.
Zusätzlich gab es in den vergangenen Tagen Probleme mit dem Ersatzverkehr, nachdem das Busunternehmen Ecovista den Leasingvertrag für moderne Fahrzeuge gekündigt hatte und auf teils marode Gebrauchtbusse umstieg, was zu ausgefallenen Fahrten führte. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bezeichnete dies als „Zumutung“. Die betroffenen Bundesländer fordern, dass der Bund die Folgen der längeren Sperrung trägt, was das Verkehrsministerium bisher ablehnt.
Auswirkungen auf andere Strecken und langfristige Pläne
Die Verzögerungen wirken sich auch auf andere Bauprojekte aus, wie die geplante Sanierung der Strecke zwischen Hamburg und Hannover. Diese soll zwar wie geplant am 1. Mai beginnen, aber ebenfalls stufenweise umgesetzt werden, mit vollständigen Sperrungen ab dem 14. Juni.
Die Generalsanierung der Strecke Hamburg-Berlin ist Teil eines größeren Modernisierungsprogramms der Deutschen Bahn, bei dem bis Mitte der 2030er Jahre mehr als 40 stark frequentierte und überalterte Strecken grundlegend erneuert werden sollen. Bis zur Wiedereröffnung im Juni werden auf der 280 Kilometer langen Strecke unter anderem 165 Kilometer Gleise verlegt, fast 250 Weichen erneuert und sechs neue Stellwerke gebaut. Allerdings bleibt die Aufrüstung mit der digitalen Zugleittechnik ETCS vorerst ausstehend.



