Sanierung der Bahnstrecke Hamburg–Berlin verzögert sich auf unbestimmte Zeit
Die Deutsche Bahn hat mitgeteilt, dass die Sanierung der wichtigen Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin sich auf unbestimmte Zeit verzögert. Ursprünglich sollte das Projekt bis Ende April 2026 abgeschlossen sein, doch dieser Termin ist aufgrund des winterlichen Wetters nicht mehr haltbar.
Winterwetter als Hauptursache für die Verzögerung
Laut der Deutschen Bahn hat der stärkste Wintereinbruch seit über 15 Jahren zu erheblichen Problemen geführt. Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand der Infrastrukturgesellschaft InfraGO, erklärte: "Wir haben es mit dem stärksten Wintereinbruch seit mehr als 15 Jahren zu tun." Diverse Arbeiten, darunter die Montage von Leit- und Sicherungstechnik, konnten seit Ende Dezember nicht durchgeführt werden.
Konkret sind Kabelkanäle an der Strecke vereist und teils zugefroren, was die Verlegung von Kabeln für Signal- und Stellwerkstechnik unmöglich macht. Der Bodenfrost reicht auf einigen Abschnitten bis in eine Tiefe von 70 Zentimetern, was auch Arbeiten an der Oberleitung sowie die Montage von Weichenantrieben und Signalanlagen blockiert.
Auswirkungen auf Pendler und Reisende
Pendler und Reisende müssen sich darauf einstellen, dass der Zugverkehr zwischen Hamburg und Berlin noch über weitere Monate eingeschränkt bleibt. Die Deutsche Bahn kündigte an, bis zum 13. März ein neues Inbetriebnahmekonzept vorzulegen, um die Situation zu bewältigen.
Bolte betonte: "Fakt ist, dass wir bei der Montage der Leit- und Sicherungstechnik aktuell hinter dem Zeitplan liegen. Das ist eine bittere Nachricht, aber es ist uns wichtig, transparent darüber zu informieren." Das Unternehmen plant, das Personal auf der Baustelle deutlich zu verstärken, sobald die Arbeiten wieder aufgenommen werden können.
Weitreichende Konsequenzen für andere Projekte
Die Verzögerung hat voraussichtlich auch Auswirkungen auf eine andere wichtige Strecke: Zwischen Hamburg und Hannover sollen nach bisheriger Planung ab dem 1. Mai umfangreiche Sanierungsarbeiten beginnen. Bei der Ausarbeitung eines neuen Zeitplans will die Deutsche Bahn die Wechselwirkungen beider Projekte berücksichtigen, um sicherzustellen, dass die Umleitungskonzepte für den Fern- und Güterverkehr weiterhin funktionieren.
Die Sanierung der Strecke Hamburg–Berlin ist Teil einer Reihe von Großprojekten des Konzerns. Bahn-Chefin Evelyn Palla hatte versprochen, vieles anders machen zu wollen und das Unternehmen grundlegend umzubauen, um solche Verzögerungen in Zukunft zu vermeiden.



