Überholen auf Landstraßen: Wann das Risiko zu groß ist
Überholen auf Landstraßen: Wann das Risiko zu groß ist

Die Sonne blinzelt durch die Alleebäume, romantisch schlängelt sich die Straße durch die Landschaft – und hinter der Kurve lauert der Tod. Klingt drastisch, ist aber viel zu oft Realität. Langsame Fahrzeuge, unübersichtliche Kurven, Gegenverkehr und riskante Überholmanöver machen Landstraßen schnell lebensgefährlich.

Häufige Unfallursache: Falsches Überholen

Eine der häufigsten Unfallursachen auf Landstraßen ist falsches Überholen, warnt der ADAC Hessen-Thüringen. Viele Autofahrer unterschätzen die benötigte Zeit und Strecke für ein Überholmanöver. Um einen Traktor oder Lastwagen zu überholen, ist oft eine Strecke von mehreren hundert Metern nötig. Kommt dann plötzlich ein Fahrzeug aus der Gegenrichtung, wird es brandgefährlich. Der Überholende hat nur ein kurzes Zeitfenster, um richtig zu reagieren. Je schneller der Gegenverkehr ist, desto höher das Risiko.

Ein Rechenbeispiel

Ein Auto fährt mit 100 km/h hinter einem zwölf Meter langen Lkw, der mit 80 km/h unterwegs ist. Der Tempounterschied beträgt nur 20 km/h. Bei einem Sicherheitsabstand von jeweils 50 Metern vor und nach dem Lkw benötigt man rund 600 Meter freie Strecke auf der Gegenfahrbahn – eine enorme Distanz.

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Tipps für sicheres Überholen

  • So schnell wie möglich: Wer überholt, sollte wesentlich schneller sein als der zu Überholende. Je schneller dieser fährt, desto schwieriger und riskanter wird das Manöver. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit muss dabei eingehalten werden.
  • Überblick behalten: Vor dem Ausscheren per Schulterblick prüfen, ob von hinten alles frei ist – oder ob ein anderes Fahrzeug einen selbst überholen will.
  • Blinker setzen: Vor dem Ausscheren und vor dem Wiedereinscheren blinken, um den Vorgang anzuzeigen.
  • Auf Gefahren achten: An Einmündungen und Kreuzungen ist besondere Vorsicht geboten, da andere Verkehrsteilnehmer nicht immer mit Überholenden auf der Gegenfahrbahn rechnen.
  • Abstand halten: Beim Überholen von Radfahrern und Fußgängern außerorts sind mindestens zwei Meter Seitenabstand vorgeschrieben.
  • Überholverbote beachten: Nicht immer werden Überholverbote auf Landstraßen explizit durch Schilder angezeigt. An gefährlichen Abschnitten wie kurvigen Strecken oder vor Kuppen fehlen oft Verkehrszeichen, weil die Gefahrenlage eindeutig ist: Die Strecke kann nicht überblickt werden, daher ist das Überholen verboten.

Fazit: Im Zweifel verzichten

Der ADAC rät: Lieber auf das Überholen verzichten. Der Zeitverlust ist meist minimal. Wer auch nur minimal unsicher ist, sollte bewusst auf das Überholmanöver verzichten und sicherheitshalber hinter dem langsameren Fahrzeug bleiben.

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