BlaBlaCar beendet Fernbusbetrieb: Französischer Anbieter zieht sich aus Deutschland zurück
Das französische Unternehmen BlaBlaCar, das auch in Deutschland aktiv war, stellt sein nationales und internationales Fernbusnetz demnächst ein. Dieser Schritt erfolgt aufgrund struktureller wirtschaftlicher Schwierigkeiten und anhaltender erheblicher Verluste, wie das Unternehmen in Paris mitteilte.
Gründe für den Rückzug
Angesichts eines sehr umkämpften Marktes und steigender Betriebskosten sei es nicht gelungen, den Verkehr weiter profitabel zu betreiben. In Frankreich verbleibt damit Flixbus als einziger großer Fernbusanbieter, was die Marktkonzentration weiter erhöht.
Betrieb und betroffene Beschäftigte
Bis zum Abschluss von Beratungen mit den Arbeitnehmervertretern soll der Verkehr zunächst weiterlaufen. Direkt betroffen sind 40 Beschäftigte bei BlaBlaCar, während der Busverkehr selbst von Partnerunternehmen durchgeführt wird. Von Paris aus fuhr BlaBlaCar Bus in Deutschland unter anderem Köln, Düsseldorf, Stuttgart, München und Frankfurt an. Es gab auch mehrere innerdeutsche Verbindungen, die nun eingestellt werden.
Weitere Aktivitäten und Angebote
Als Mitfahrplattform und Vermittler von Bustickets anderer Anbieter bleibt BlaBlaCar weiter aktiv. Den betroffenen Partnerunternehmen wird angeboten, die bisherigen BlaBlaCar-Linien in eigener Regie weiterzubetreiben, um die Verkehrsverbindungen teilweise aufrechtzuerhalten.
Historischer Hintergrund und aktuelle Konkurrenz
In den Fernbusverkehr war BlaBlaCar 2019 mit der Übernahme der Fernbuslinien der französischen Staatsbahn SNCF eingestiegen. Seit einiger Zeit macht die Bahn in Frankreich den Fernbuslinien mit einem neuen Zugangebot gezielt Konkurrenz. Neben den schnellen und oft teuren TGV-Zügen setzt die SNCF auf nachfragestarken Verbindungen erneut klassische, langsamere Schnellzüge ein, für die es Tickets zu Schnäppchenpreisen gibt. Diese Entwicklung hat den Wettbewerbsdruck auf Fernbusanbieter wie BlaBlaCar deutlich erhöht.



