Blitzereinnahmen in Mecklenburgischer Seenplatte sinken weiter - nur 5,6 Millionen Euro 2025
Blitzereinnahmen in Seenplatte sinken auf 5,6 Millionen Euro

Blitzereinnahmen in Mecklenburgischer Seenplatte sinken weiter - nur 5,6 Millionen Euro 2025

Die Einnahmen aus Buß- und Verwarngeldern für Geschwindigkeitsverstöße sind im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte im vergangenen Jahr erneut zurückgegangen. Nach Angaben der Kreisverwaltung wurden 2025 insgesamt 5,6 Millionen Euro kassiert. Dies stellt den vierten Rückgang in Folge dar und setzt einen deutlichen Abwärtstrend fort.

Stetiger Rückgang der Einnahmen seit 2022

Im Vergleich zum Vorjahr mit 6,1 Millionen Euro ist ein weiterer Rückgang zu verzeichnen. Die Entwicklung zeigt eine kontinuierliche Abnahme: 2023 lagen die Einnahmen noch bei 7,0 Millionen Euro, während 2022 sogar 8,5 Millionen Euro in der Landkreis-Kasse gelandet waren. Damit haben sich die Einnahmen binnen vier Jahren um fast drei Millionen Euro reduziert.

Baustellen als Hauptgrund für frühere Höhereinnahmen

Die Kreisverwaltung führt den deutlichen Rückgang auf größere Autobahn-Baustellen auf der A20 im Kreisgebiet zurück, die in den Jahren 2022 und 2023 eingerichtet worden waren. Landkreis-Sprecher Nils Henke erklärte, dass bei heruntergesetzter Geschwindigkeit in diesen Bereichen regelmäßig kontrolliert worden sei, wodurch eine Reihe von Verstößen registriert werden konnte. Henke betonte zudem, dass der Landkreis von diesen Geldern nicht profitieren würde - die Differenz zwischen Einnahmen und Aufwand fließe zurück an das Land Mecklenburg-Vorpommern.

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Organisation der Verkehrsüberwachung

Aus einer Antwort des Landkreises auf eine Anfrage des Kreistagsabgeordneten Toralf Schnur geht hervor, wie die Verkehrsüberwachung in der Seenplatte organisiert ist. Demzufolge stehen im Gebiet des Landkreises:

  • 16 stationäre Blitzer in Hoheit des Kreises
  • 11 davon gehören der Vetro Verkehrselektronik GmbH, die diese im Auftrag betreibt
  • 5 Anlagen gehören direkt dem Landkreis
  • 7 mobile Messgeräte werden für Kontrollen eingesetzt, allesamt gemietet

Die stationären Anlagen befinden sich an folgenden Standorten: Ortsumgehung Neustrelitz, Neu Schloen, Rügeband, Malchow-Land, Vipperow, Abzweig Genzkow, Penkow, Warlin, Mirow, Neustrelitz und Dambeck. Die dem Landkreis gehörenden Anlagen stehen in Alt Schwerin, Rosenow, Ivenack, Stavenhagen und Warrenzin.

Datenauswertung und Vergabeverfahren

Die Datenauswertung bleibt laut Kreisverwaltung ausschließlich Aufgabe der Bußgeldstelle des Landkreises. Vetro bereitet die Messdaten technisch auf - dazu gehören das Unkenntlichmachen der Insassen (außer Fahrer), sowie die Übermittlung von Eichschein, Konformitätserklärung und Wartungsnachweis. Anschließend wertet die Bußgeldstelle die Datensätze aus und führt bei positivem Ergebnis das Ordnungswidrigkeitenverfahren durch.

Interessant ist die Vergabesituation: Lieferung, Mietbetrieb und Datenaufbereitung der Geschwindigkeitsmessanlagen wurden im Mai vergangenen Jahres neu vergeben. Allerdings gab es mit der Firma Vetro Verkehrselektronik nur einen Bieter, der alle Kriterien erfüllte und somit den Zuschlag erhielt. Zuvor existierten Altverträge aus der Zeit vor der Kreisgebietsreform, die zum Jahresende 2025 gekündigt wurden.

Auswahl der Blitzerstandorte nach gesetzlichen Vorgaben

Zur Auswahl der Blitzerstandorte verweist die Kreisverwaltung auf die gesetzlichen Vorgaben. Für mobile Überwachungsanlagen gilt der gemeinsame Erlass des Schweriner Wirtschafts- und Innenministeriums von 2001, der potenzielle Messstellen in Kategorien einteilt. Demzufolge muss mindestens 70 Prozent der Einsatzzeit an folgenden Orten erfolgen:

  1. Orten mit geschwindigkeitsbedingten Unfallhäufungen
  2. Alleen
  3. Stellen, bei denen Raser-Unfälle besonders schwere Folgen hätten

Zu letzterer Kategorie gehören etwa Kurven, Kuppen, unübersichtliche Knoten oder der Bereich von Baustellen. Diese Vorgabe hält der Landkreis gewissenhaft ein, heißt es in der Stellungnahme. Den Angaben zufolge lag der Anteil dieser Einsatzzeiten in den Jahren 2022 bis 2024 zwischen 75 und 83 Prozent.

Verjährungsverfahren und Modernisierung

Die Kreisverwaltung räumt ein, dass jedes Jahr ein geringer Anteil der Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verjährung eingestellt werden muss. Auch diese Zahl ist allerdings rückläufig:

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  • 2023: 2.211 von 143.374 Verfahren (Einnahmeverlust: 146.534,50 Euro)
  • 2024: 1.424 von 120.156 Verfahren (Einnahmeverlust: 91.519 Euro)
  • 2025: 1.203 von 121.145 Verfahren (Einnahmeverlust: 76.183,86 Euro)

Der Landkreis modernisiert derzeit seine stationären Blitzer und rüstet sie um. Dies ist bereits bei den Geräten in Neu Schloen (Bundesstraße 192), in Rügeband bei Waren (L202) und in Genzkow bei Friedland erfolgt. Die vorherigen Starkästen wurden durch Blitzersäulen ersetzt, die in beiden Fahrtrichtungen die Geschwindigkeit überwachen können. Im Laufe dieses Jahres soll diese Modernisierung noch bei den Anlagen in Vipperow, Penkow und Malchow-Land durchgeführt werden.

Die Blitzersäule in Warlin registriert nach früheren Angaben der Kreisverwaltung die meisten Tempoverstöße. Allein 2024 wurden dort fast 9.600 Verstöße festgestellt. Trotz der sinkenden Einnahmen bleibt die Verkehrsüberwachung in der Mecklenburgischen Seenplatte ein wichtiges Instrument zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.