Einnahmen aus Blitzern in Mecklenburgischer Seenplatte sinken weiter
Die Einnahmen aus Buß- und Verwarngeldern für Raser im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sind im Jahr 2025 erneut zurückgegangen. Nach Angaben der Kreisverwaltung wurden insgesamt 5,6 Millionen Euro kassiert, was einen Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren darstellt. Im Jahr 2024 lagen die Einnahmen noch bei 6,1 Millionen Euro, während sie 2023 bei 7,0 Millionen Euro und 2022 sogar bei 8,5 Millionen Euro lagen. Damit ist dies der vierte Rückgang in Folge.
Baustellen als Grund für sinkende Einnahmen
Die Kreisverwaltung führt den Rückgang der Einnahmen um fast drei Millionen Euro binnen vier Jahren auf größere Autobahn-Baustellen auf der A20 zurück. Diese waren in den Jahren 2022 und 2023 eingerichtet worden, wobei bei heruntergesetzter Geschwindigkeit regelmäßig kontrolliert wurde. Dabei wurden zahlreiche Verstöße registriert, die zu höheren Einnahmen in diesen Jahren führten. Landkreis-Sprecher Nils Henke betonte zudem, dass der Landkreis nicht von diesen Geldern profitiere. Die Differenz zwischen Einnahmen und Aufwand fließe zurück an das Land.
Organisation der Verkehrsüberwachung
Aus einer Antwort des Landkreises auf eine Anfrage geht hervor, dass im Gebiet 16 stationäre Blitzer in Hoheit des Kreises stehen. Allerdings gehören elf davon der Vetro Verkehrselektronik GmbH, die diese Geräte im Auftrag der Kreisverwaltung betreibt. Zu den Standorten zählen unter anderem Neustrelitz, Neu Schloen, Rügeband, Malchow-Land, Vipperow, Genzkow, Penkow, Warlin, Mirow, Neustrelitz und Dambeck. Lediglich die Anlagen in Alt Schwerin, Rosenow, Ivenack, Stavenhagen und Warrenzin gehören dem Landkreis. Für mobile Kontrollen setzt der Landkreis sieben gemietete Messgeräte ein.
Datenauswertung und Ausschreibung
Die Datenauswertung bleibt ausschließlich Aufgabe der Bußgeldstelle des Landkreises. Vetro bereitet die Messdaten technisch auf, dazu zählen das Unkenntlichmachen der Insassen und die Übermittlung von Dokumenten. Anschließend wertet die Bußgeldstelle die Datensätze aus und führt bei positivem Ergebnis das Ordnungswidrigkeitenverfahren durch. Im Mai vergangenen Jahres wurden Lieferung, Mietbetrieb und Datenaufbereitung neu vergeben, wobei es nur einen Bieter, die Firma Vetro, gab. Ein neuer Ausschreibungszeitraum ist derzeit nicht definiert.
Auswahl der Blitzerstandorte
Die Auswahl der Standorte erfolgt nach gesetzlichen Vorgaben. Für mobile Überwachungsanlagen gilt ein Erlass von 2001, der vorschreibt, dass mindestens 70 Prozent der Einsatzzeit an Orten mit geschwindigkeitsbedingten Unfallhäufungen, Alleen oder Stellen mit schweren Unfallfolgen erfolgen muss. Der Landkreis hält diese Vorgabe gewissenhaft ein, mit Einsatzzeiten zwischen 75 und 83 Prozent in den Jahren 2022 bis 2024.
Modernisierung der Blitzeranlagen
Der Landkreis modernisiert derzeit seine stationären Blitzer. Bereits ersetzt wurden die Geräte in Neu Schloen, Rügeband und Genzkow, wo alte „Starkästen“ durch Blitzersäulen ausgetauscht wurden, die in beiden Fahrtrichtungen messen können. Im Laufe dieses Jahres sollen auch die Anlagen in Vipperow, Penkow und Malchow-Land umgerüstet werden. Zudem räumt die Kreisverwaltung ein, dass jährlich ein geringer Anteil der Verfahren wegen Verjährung eingestellt wird, wobei diese Zahl rückläufig ist.



