Verkehrssenatorin Bonde setzt auf Magnetschwebebahn statt Tram für Berlin-Spandau
Bonde: Magnetschwebebahn statt Tram für Spandau

Verkehrssenatorin Bonde favorisiert Magnetschwebebahn für Spandau-Verbindung

Berlins Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) geht davon aus, dass eine Magnetschwebebahn von Tegel nach Spandau deutlich besser geeignet wäre als eine herkömmliche Straßenbahn. Die Politikerin äußerte sich im Berliner Abgeordnetenhaus zu ihren Plänen und betonte, dass ein solches System bei Betrachtung der gesamten Lebenszykluskosten günstiger sei als eine Tram. Zudem verspricht sie sich von der Magnetschwebebahn eine schnellere Realisierungsmöglichkeit.

Pragmatische Lösung für hochbelasteten Verkehrsknoten

„Das macht absolut Sinn“, erläuterte Bonde ihre Position. „Spandau ist ein extrem hochverkehrlich belasteter Bereich, und eine Straßenbahn würde dort keine eigene Trasse erhalten.“ Die Senatorin verdeutlichte, dass eine Tram ohne eigene Fahrspur im Stau mit Autos und Bussen stehen würde, was ihrer Meinung nach kontraproduktiv wäre. „Insofern handeln wir pragmatisch und orientieren uns an den tatsächlichen Erfordernissen und Anforderungen“, so Bonde weiter.

Für die verkehrliche Erschließung Spandaus hält die CDU-Politikerin die Magnetschwebebahn für die deutlich geeignetere Alternative. Dabei geht es konkret um eine Verbindung zwischen dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel, wo das Zukunftsquartier Urban Tech Republic entstehen soll, und Stadtteilen im Bezirk Spandau wie der Insel Gartenfeld und der Wasserstadt. In Betracht gezogen wird dabei auch eine Havelquerung.

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Machbarkeitsstudie und politischer Widerstand

Bonde verwies auf ihren Plan, zur Magnetschwebebahn eine umfassende Machbarkeitsstudie und Grundlagenermittlung zu erarbeiten. Mit solchen Untersuchungen soll festgestellt werden, ob ein solches Vorhaben im Vergleich mit anderen Verkehrsträgern sinnvoll ist. Am kommenden Dienstag (17. Februar) will die Senatskommission Wohnungsbau darüber beraten, die wichtige Wohnungsbauvorhaben beschleunigen und dabei auch die ÖPNV-Anbindung im Blick hat.

Allerdings stößt die Idee auf politischen Widerstand. Der Koalitionspartner SPD winkt ab und warnt vor „Luftschlössern“. Die Grünen-Verkehrspolitikerin Antje Kapek warf Bonde im Abgeordnetenhaus eine gegen die Menschen in Spandau und ganz Berlin gerichtete Politik vor. „Ziel sei, der CDU ein Wünsch-Dir-Was-Denkmal zu bauen“, kritisierte Kapek. Nahverkehrsexperten hätten in langwierigen Planungen festgestellt, dass eine Tram die beste und kosteneffizienteste Alternative sei.

Historischer Vergleich und Zukunftsvision

Die Verkehrssenatorin konterte mit einem historischen Vergleich: „Wenn wir immer nur an alte Verkehrsträger denken würden, dann hätten wir heute keine U-Bahn, sondern wären noch mit Pferdekutschen unterwegs.“ Bonde erinnerte daran, dass schon vor mehr als 100 Jahren neue Verkehrslösungen entschlossen umgesetzt wurden, und plädierte für eine ähnlich progressive Haltung heute.

In Berlin wird bereits seit längerem über die CDU-Idee einer Magnetschwebebahn und mögliche Trassen diskutiert. Während Bonde auf Innovation und Pragmatismus setzt, beharren ihre Kritiker auf den Ergebnissen bisheriger Planungen. Die Debatte zeigt die grundsätzlichen Differenzen in der Verkehrspolitik der Hauptstadt.

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