Bund und Mecklenburg-Vorpommern steigern Investitionen in Straßenbau deutlich
Bund und Land Mecklenburg-Vorpommern nehmen in diesem Jahr deutlich mehr Geld in die Hand, um Bundes- und Landesstraßen zu ertüchtigen, instand zu halten und zu erneuern. Insgesamt werden 263 Millionen Euro in das Straßennetz in MV investiert, was einer Steigerung von rund 103 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dies teilte Wirtschafts- und Infrastrukturminister Wolfgang Blank (parteilos) bei der Landespressekonferenz mit. Von der Summe sind etwa 182 Millionen Euro für Bundesstraßen und rund 81 Millionen Euro für Landesstraßen reserviert.
Schwerpunkte der Mittelverwendung
Für die Mittelverwendung nannte Blank drei zentrale Schwerpunkte: den Erhalt bestehender Straßen und Brücken, die Ortsumgehungen Wolgast, Mirow und Dargun als große Neubauvorhaben sowie die Verbesserung der Verkehrssicherheit durch den Bau neuer Radwege an Bundes- und Landesstraßen. „Gute Straßen sind in unserem Flächenland die Lebensadern für wirtschaftliche Entwicklung und die Mobilität unserer Bürgerinnen und Bürger“, betonte der Minister.
Drei Straßenbauämter und zahlreiche Projekte
Dem Straßenbauamt Schwerin, das auch für Großprojekte im ganzen Land zuständig ist, stehen rund 163 Millionen Euro zur Verfügung. Etwa 133,5 Millionen Euro kommen vom Bund, während das Land MV etwa 29,4 Millionen Euro investiert. Auf die Projektgruppe Großprojekte entfallen davon etwa 111 Millionen Euro Bundes- und 3,4 Millionen Landesmittel. Das Amt plant in den Landkreisen Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim 46 Baumaßnahmen an Bundes- und Landesstraßen.
Zu den Vorhaben zählt der Ausbau der Landesstraße 07 im Bereich der Ortsdurchfahrt Warlow (Landkreis Ludwigslust-Parchim), die sich in einem schlechten baulichen Zustand befindet und insbesondere eine verbesserte Regenentwässerung benötigt. Die Arbeiten werden abschnittsweise unter Vollsperrung durchgeführt, dauern von Mai dieses Jahres bis Ende 2027 und kosten rund 4,5 Millionen Euro. Der Landkreis Ludwigslust-Parchim und die Gemeinde Warlow beteiligen sich mit 500.000 Euro beziehungsweise 400.000 Euro, während 3,6 Millionen Euro vom Land getragen werden.
Bauprojekte des Straßenbauamtes Neustrelitz
Das Bauprogramm des Straßenbauamtes Neustrelitz sieht rund vier Dutzend Baumaßnahmen an Bundes- und Landesstraßen in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte vor. Dafür werden etwa 56 Millionen Euro investiert, wovon 35,4 Millionen Euro vom Bund und 20,3 Millionen Euro vom Land MV stammen.
Die Arbeiten für den Ersatzneubau der Oberbachbrücke an der B104 in Neubrandenburg starten voraussichtlich im Sommer 2026 und sollen bis in die zweite Jahreshälfte 2027 andauern. Aufgrund der verkehrlichen Bedeutung für die Stadt Neubrandenburg wird das Projekt mit halbseitiger Verkehrsführung realisiert. Während der Arbeiten sollen überwiegend zwei Fahrstreifen in Richtung Zentrum und ein Fahrstreifen in Richtung Rostock befahrbar bleiben. Das Investitionsvolumen des Bundes beträgt etwa 3,8 Millionen Euro.
Bauprojekte des Straßenbauamtes Stralsund
Der Bereich des Straßenbauamtes Stralsund umfasst mit Rügen, Fischland-Darß-Zingst sowie dem Küstenabschnitt von Rerik bis Stahlbrode stark touristisch geprägte Regionen. Bauzeiten werden daher möglichst außerhalb der Ferien gelegt. 2026 stehen dem Straßenbauamt Stralsund rund 40 Millionen Euro für Bundes- und Landesstraßen der Landkreise Rostock und Vorpommern-Rügen zur Verfügung, wovon etwa 10 Millionen Euro vom Bund und knapp 30 Millionen Euro vom Land Mecklenburg-Vorpommern stammen.
Zu den wichtigen Maßnahmen zählt die Fahrbahnerneuerung der B196 auf Rügen im Abschnitt Süllitz bis Lancken-Granitz für rund 600.000 Euro. Die Arbeiten sollen im Oktober 2026 überwiegend nachts unter Vollsperrung erfolgen, tagsüber wird die Strecke für den Verkehr freigegeben. Das größte Um- und Ausbauvorhaben ist der Ersatzneubau der Brücke über die Bahnstrecke der Deutschen Bahn in Langhagen im Zuge der L11, mit einer Bauzeit von Mitte 2026 bis Anfang 2028 und Gesamtkosten von voraussichtlich rund 8 Millionen Euro.
500 Millionen für Ortsumgehung in Wolgast
Das größte Projekt des Landes läuft in Wolgast, wo eine 6,8 Kilometer lange Ortsumgehung die Bevölkerung von dem insbesondere in den Sommermonaten starken Durchgangsverkehr auf und von der Urlaubsinsel Usedom entlasten soll. Der Verkehr wird dazu auf der Bundesstraße 111 südöstlich um die Stadt Wolgast herumgeführt.
Die Mittel für den Neubau der Peenebrücke in Wolgast gab der Bund im vorigen November frei, und der Auftrag für den 421 Millionen Euro teuren Neubau wurde vergeben. Derzeit werden erste vorbereitende Maßnahmen wie der Schilfschnitt im Uferbereich der Insel Usedom getroffen, wie Blank mitteilte. „Der Spatenstich ist im zweiten Quartal vorgesehen“. Die 1,4 Kilometer lange Brücke nach Usedom ist das Herzstück der bereits im Bau befindlichen Ortsumgehung, die insgesamt rund 500 Millionen Euro kostet.
Millionen für Frostschäden
Auch Kosten für die Reparatur von Kälteschäden sind im Straßenbauprogramm berücksichtigt. „Natürlich werden wir Frostschäden haben und natürlich sind das Maßnahmen, die auch abgedeckt sind“, sagte der Direktor des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr in MV, René Firgt. Dafür seien vorsorglich pauschale Ausgaben im niedrigen Millionenbereich eingeplant. Wie hoch diese Kosten tatsächlich werden, könne man erst nach dem Winter sicher sagen. Derzeit beginnen die Straßenbauämter damit, erste Orte zu besichtigen und mögliche Schäden zu erfassen.



