Deutschland macht sich bereit für einen möglichen Minenjagd-Einsatz in der Straße von Hormus. Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat die Richtung vorgegeben – der endgültige Befehl fehlt jedoch noch. Bei der Marine laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren: Missionspläne, neue Drohnen und Urlaubssperren für Soldaten stehen auf dem Programm. Die Einheit, die das Nadelöhr der Weltwirtschaft entschärfen soll, ist das Minensuchgeschwader in Kiel.
Vorbereitungen im Marinestützpunkt Kiel
Die Sonne brennt auf das Deck eines Minenjagdboots im Marinestützpunkt. Es ist nur ein milder Vorgeschmack auf die Hitze im Persischen Golf. „Unsere Besatzungen sind in hoher Einsatzbereitschaft. Aber die Umweltbedingungen in der Straße von Hormus sind anders – wir kennen das Gebiet nicht gut“, sagt Fregattenkapitän Inka von Puttkamer. Sie führt das 3. Minensuchgeschwader und dürfte bei der Mission mit an Bord sein.
Bedingungen für den Einsatz
Noch ist die Lage zu heikel: „Ohne Waffenruhe fahren wir nicht hin.“ Doch die Richtung ist klar. Das Verteidigungsministerium hat zusätzliche Mittel bereitgestellt. Neue Technik wird beschafft, von Drohnen bis zu Telefonsystemen, damit Soldaten aus dem Einsatzgebiet mit ihren Liebsten sprechen können. Allein die Verlegung in den Golf dauert fünf Wochen, die Missionsdauer ist noch völlig unklar.
Urlaubssperre für Besatzungen
Der möglichen Besatzung wurde bereits eine Urlaubssperre verhängt. „Das ist für Soldaten mit Familie natürlich nicht leicht, wenn der Sommerurlaub plötzlich ausfällt“, sagt die Kommandeurin. Die Urlaubssperre betrifft mehrere Einheiten, die für den Einsatz vorgesehen sind.
Herausforderungen für die Marine
Zehn Minenjagdboote besitzt die Bundeswehr, aber nur wenige sind kurzfristig einsatzbereit. Klar ist schon jetzt: Die über Dekaden kaputtgesparte Marine müsste Kräfte aus der Ägäis und dem NATO-Verband abziehen. Trotz einer Waffenruhe bleibt die Mission lebensgefährlich. Angriffe durch den Iran sind nicht ausgeschlossen – deutsche Kriegsschiffe könnten ins Visier der Mullahs geraten. Fregattenkapitän von Puttkamer: „Dort herrscht eine andere Bedrohung als in Nord- und Ostsee – auch darauf bereiten wir uns gesondert vor.“
Neue Technik für die Mission
Die Bundeswehr rüstet für den möglichen Einsatz auf. Neben Drohnen wie der Unterwasserdrohne „Seekatze“ werden auch moderne Kommunikationssysteme angeschafft. Hauptbootsmann Sebastian programmiert die Unterwasserdrohne, die zur Minenjagd eingesetzt werden soll. Die neue Technik soll die Sicherheit der Soldaten erhöhen und die Effizienz der Minenräumung verbessern.
Auswirkungen auf den Dienstbetrieb
Die Vorbereitungen haben bereits Auswirkungen auf den regulären Dienstbetrieb. Andere Aufgaben der Marine müssen zurückgestellt werden, um die Kräfte für den möglichen Einsatz zu bündeln. Die Einsatzbereitschaft der verbleibenden Einheiten wird dadurch beeinträchtigt.



