Energie Cottbus droht erneut Lizenzverweigerung für 2. Bundesliga
Cottbus droht Lizenz-Aus wegen Stadion-Misere

Es wirkt fast wie eine Endlos-Geschichte: Energie Cottbus befindet sich als Dritter der 3. Liga aktuell voll im Aufstiegsrennen zur 2. Bundesliga. Doch weil das Land Brandenburg weiterhin im Schneckentempo bei der Stadionmodernisierung unterwegs ist, droht dem Ost-Klub im schlimmsten Fall die Lizenz verweigert zu werden.

Neue Auflagen der DFL

Der Verein teilte mit, dass die Deutsche Fußball-Liga (DFL) erneut Auflagen bezüglich der maroden Spielstätte erteilt habe. Der FC Energie erklärte: „Hierbei sind Voraussetzungen zur Gewährleistung des Spielbetriebes zu errichten und nachzuweisen, was sich insbesondere auf bauliche Veränderungen und Anpassungen der Flutlichtanlage, Auswechselbänke, des Führungskamerapodestes sowie weitere medieninfrastrukturelle Anschaffungen bezieht.“

Versprochene Soforthilfe bleibt aus

Bereits vor einem Jahr hatten die Lausitzer, als sie ähnlich aussichtsreich im Kampf um die 2. Liga lagen, dieselben Mängel attestiert bekommen. Passiert ist bis heute baulich nichts. Damals sagte die Landesregierung dem Verein – mitten im Wahlkampf – zunächst eine Soforthilfe zu. Diese wurde später in eine Förderung umgewandelt, die jedoch an einen aufwendigen und langwierigen Antragsprozess gebunden war. Obwohl der Verein sämtliche erforderlichen Unterlagen eingereicht hat, steht die bewilligte Unterstützung von zwei Millionen Euro aus Landesmitteln weiterhin aus. Infolgedessen konnten bis heute keine Baumaßnahmen beginnen.

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Politik versagt

Besonders bitter: Der neue Sportminister Gordon Hoffmann (47/CDU) hat bislang genauso wie sein Vorgänger Steffen Freiberg (44/SPD) nicht das Heft des Handelns an sich genommen. Cottbus-Trainer Claus-Dieter Wollitz (60) hatte Ende Februar seiner Wut freien Lauf gelassen: „Dieser Verein, der hier Massen anzieht und vielleicht eine große Chance hat, in die 2. Liga zu kommen, wird so links liegen gelassen. Das ist einfach nur zum Fremdschämen.“ Danach hatte man einen Neustart ausgerufen. Doch offenbar funktioniert es nicht wie in anderen Regionen, wo Klub und Landesregierung sich gegenseitig helfen, um schnellstmöglich sichtbare Umsetzungen aufzuzeigen. Allein die alten Röhrenbildschirme auf der Pressetribüne sind seit Jahren an Peinlichkeit nicht zu überbieten. Insofern scheinen Wollitz‘ Worte nicht aus der Luft gegriffen.

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